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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Anträge auf Neugestaltung des Coblenzer Gymnasiums. 203

brächten, schien dies anderen Collegen Schulzes nicht aus-führbar zu sein, aber ausdrücklich wiesen entschieden zweiderselben die Ansicht des katholischen Consistorialraths Milzzurück, dass nur ein katholischer Director dem neuen Gym-nasium Zutrauen bei der Bevölkerung verschaffen könne. Aufeine dreizehnjährige Erfahrung als protestantischer Religions-lehrer in Ooblenz gestützt behauptete Cunz, der aufgeklärteTheil der Coblenzer, für den das Gymnasium bestimmt sei,werde keine Befürchtungen hegen, wenn einem Protestantendie Direction der Anstalt übertragen würde; selbst in seinemReligionsunterricht seien ihm schon öfters Kinder von katho-lischen Eltern anvertraut; mehrere Coblenzer Privatanstaltenprotestantischer Lehrer würden am meisten von katholischenKindern besucht. Der gerade wegen seiner gründlichen Kennt-nisse auch im kanonischen und französischen Recht vonSchulze ausdrücklich gerühmte Regierungsrath Lebens er-örterte, dass Vorschriften des Westfälischen Friedens überden Genuss des eigentümlichen Kirchenguts und Schulfondsder einzelnen Confessionen, auf die man sich berufen, nichtzu berücksichtigen seien, die jüngeren Friedensschlüsse ent-hielten keine Stipulationen zu Gunsten der einen oder andernReligionspartei; die Fürsten „waren durch die Erfahrung be-lehrt von der Ueberzeugung durchdrungen, dass das Wohldes Staats von der Erhaltung des moralischen und physischenWohls sämmtlicher Unterthanen ohne Unterschied der Re-ligion abhänge". Es sei wünschenswert!), dass in dem Leh-rerpersonal eine glückliche Mischung von Protestanten undKatholiken stattfinde; dürfe der Staat nie ohne Grund dieVorurtheile des Volks beleidigen, so sei es andernfalls ebensonachtheilig denselben blindlings nachzugeben, da dies Schwächeverrathe. Schulze war mit Lebens keineswegs in allen dieReorganisation des Gymnasiums betreffenden Fragen einver-standen; ganz aber stimmte er dessen Ausführungen gegenMilz zu und fügte noch folgende Bemerkungen hinzu: „EinGymnasium ist ein wissenschaftliches Institut, bestimmt, daswissenschaftliche Leben bei der hierzu tauglichen Jugend ein-zuleiten und zu begründen. In der Wissenschaft als solcherist aber nicht vom Katholicismus, noch Protestantismus die