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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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200 Erstes Buch. Fünftes Capitel.

eine Lehranstalt hier eröffnet, in der eine grosse Zahl vonSchülern bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts nachden Vorschriften der noch im 16. entworfenen Studienord-nung unterrichtet wurde. Auch bei der Aufhebung des Or-dens wurden zunächst einzelne seiner Mitglieder als Lehreran dem kurfürstlichen Gymnasium beibehalten, das an dieStelle des im September 1773 geschlossenen Jesuitencollegstrat; Kurfürst Clemens Wenzeslaus, der in seiner sächsischenHeimath unter Einwirkung eines durchgebildeten Unterrichts-wesens aufgewachsen war, suchte dann allerdings bei allenBildungsanstalten seines Erzstifts mannigfache Verbesserungeneinzuführen: die Gedanken der Aufklärung fanden Eingangauch bei Lehrern und .Schülern des Coblenzer Gymnasiums;der Radicalismus aber, dem Viele von ihnen sich zuwandten,bot ein neues Hinderniss für die Fortschritte ruhiger Bil-dungsarbeit. Es ist bekannt, wie stark durch die französischeEevolution gerade Coblenz beeinflusst wurde, das Hauptquar-tier der französischen Emigranten und zugleich die Wirkungs-stätte von Görres. Schwärmte er als Jüngling für die Ver-einigung seiner Heimath mit Frankreich, so mussten wohlauch die Erfahrungen, die er als Lehrer an der neuen infranzösischer Weise organisirten Secundärschule seiner Vater-stadt machte, dazu beitragen, ihn zu andern Anschauungenüber die Franzosen und ihren Einfluss auf Deutschland zuführen. In Schulzes Denkschrift wird nachdrücklich hervor-gehoben, wie die Stürme des Kriegs und die Massregeln derfranzösischen Behörden die Anstalt schädigten, wie oft dasSchulgebäude zu fremdartigen Zwecken dienen musste, wie dieEinnahmen sanken, die Lehrer, deren Besoldung zum grösstenTheil auf den wechselnden Ertrag von Weingütern angewiesenwar, in Bedrängniss geriethen, die Zahl der Schüler sich ver-minderte und ihnen nur ein durchaus ungenügender Unter-richt ertheilt wurde. Als dessen „Hauptgegenstand wurdedie französische Sprache behandelt, Griechisch wurde garnicht, Lateinisch sehr dürftig und oberflächlich gelehrt; dieMuttersprache wurde vernachlässigt und vor einem klaren, be-lebenden Unterricht in der Geschichte scheute sich die im Fin-stern waltende den Todesmächten dienende Tyrannei". Scharf