Protestantisches Kirchen- u. Schulwesen. Rheinische Universität. 199
dein Grossherzogthuin Weimar mehrere ausgezeichnete Lehrerkatholischer Confession für den preussischen Staat zu ge-winnen, vorzüglich wenn man ihnen die heitere Aussichteröffnet, iu Bonn lehren und leben zu können."
Schulze beendete die Niederschrift dieser Erörterungenin der letzten Stunde des Jahrs 1816, des ersten Jahresseiner wie der Wirksamkeit der neuen preussischen Behördeniui Rheinland „mit der frohen, auf Thatsachen gegründetenHoffnung, dass schon das nächste Geschlecht in den Rhein-provinzen den Tag, welcher diese Länder mit Preussen ver-einte, dankbar preisen wird, wenn die Rechtlichkeit und Milde,welche alle Schritte der Regierung leitet, sich mit der nöthigendurchgreifenden Strenge paart, die Verwaltung zu einer folge-rechten Einheit ihrer Massregeln gelangt und es sich zumHauptziel ihres Strebens macht, eine geistige Verbrüderungder Rheinländer mit den altern Provinzen je länger je mehrzu bewirken".
Von diesem Streben erfüllt hatte Schulze, wie er-wähnt, schon ehe er diese Worte schrieb, namentlich umdie Verbesserung des Unterrichtswesens sich bemüht. EinBlick auf das, was ihm in seiner, amtlichen Thätigkeitentgegengetreten war, lässt uns die Motive seiner Aus-führungen erkennen. Sofort nachdem er nach Coblenz ge-kommen war, hatte er seine Aufmerksamkeit dem dortigenGymnasium zugewandt und nach gründlicher Prüfung allerseiner Verhältnisse schon im Mai eine ausführliche Denk-schrift über dieselben ausgearbeitet'*). 1582 hatten die Je-suiten, welche sich eifriger Unterstützung durch die TriererErzbischöfe Jakob III. und Johann VII. zu erfreuen hatten,
*) Zum 300jährigen Jubiläum des Coblenzer Gymnasiums hat1882 K. Worbs eine Geschichte desselben seit 1582 veröffentlicht; indieser sind für die älteren Zeiten namentlich die Arbeiten von Kleinund Dominikus, für die folgenden Urkunden und Acten des CoblenzerStaatsarchivs und des Archivs des Gymnasiums und die Programmeseit 1815 benutzt. Dagegen sind die Acten des Provincial- Schulcollegs,die ich einsehen und verwerthen durfte, von W. nicht berücksichtigt;mit keiner Silbe hat er Schulzes und seiner Thätigkeit für die Anstaltgedacht.