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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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198 Erstes Buch. Fünftes Capitel.

geringste Begünstigung erhalten, den möglichst freiesten Spiel-raum zur Entwickelung ihres geistigen und religiösen Lebenszu eröffnen" und ihnen die Ansiedelung in den Rheinprovinzenmöglichst zu erleichtern. Er wies darauf hin, dass ihr Kir-chen- und Schulwesen weniger als das katholische den ver-derblichen Einfluss der französischen Herrschaft erfahren habe;ihre Geistlichen seien ohne Frage gebildeter als die katho-lischen; hätten sie sich in letzter Zeit um gründliche theo-logische Gelehrsamkeit wenig gekümmert, so verfehlten schonjetzt Ernst und Strenge des Consistoriums bei Prüfung derCandidaten und Herstellung der Kirchenzucht nicht ihre Wir-kung. Dringend empfahl er auch für die protestantischen wiefür die katholischen Geistlichen eine baldige Erhöhung ihrerBesoldung durch den Staat; sie sei bei ihnen noch mehr alsbei diesen zu wünschen, da sie „gewöhnlich Familienvätersind und wenigstens einige literarische Bedürfnisse haben,welche man bis jetzt bei den katholischen leider! nicht ge-wahrte". Für das protestantische Elementarschulwesen er-klärte er die bereits vom Coblenzer Consistorium beantragteBegründung eines Lehrer-Seminars für besonders förderlich.Wie in der von Solms-Laubach veranlassten Denkschrift,wurde endlich auch in der Schulzes nachdrücklich die baldigeErrichtung der rheinischen Universität empfohlen, „theilsdamit das väterlich gemeinte Wort unseres edlen Königseingelöst werde, theils damit die studirende Jugend in denRheinprovinzen, wo noch nie eine Universität im deutschenSinne des Worts war, endlich Gelegenheit erhalte, sich mitder deutschen Wissenschaft und Kunst vertraut zu machen,theils damit die zerstreuten wissenschaftlichen Bestrebungeneinzelner Männer in der hiesigen. Jugend den schon längstersehnten Mittel- und Stützpunkt gewinnen. Besonders aberfür die Bildung der katholischen Geistlichen würde eine Uni-versität mit einer aus gelehrten und frommen Männern be-stehenden - theologischen Facultät von den wohlthätigstenFolgen sein. Dass es mit vielen Schwierigkeiten verbundenist, eine solche Universität zu gründen, kann nicht verkanntwerden. Indessen scheint der gegenwärtige Zeitpunkt beson-ders günstig, aus Baiern, Würtemberg, Baden und selbst aus