Seh. wendet sich nach Preusson. Görres. Rheinischer Merknr. 175
Er selbst lieferte Görres einen Beitrag; als nach der zweitenEinnahme von Paris nachgeholt werden sollte, was bei derersten versäumt war, die von den Franzosen geraubten Schätzeder Museen und Bibliotheken zurückgefordert wurden, ver-öffentlichte er im Merkur*) eine Mahnung, den handschrift-lichen Nachlass Winckelmanns, der aus der Villa Albani nachParis entführt war, nicht länger in den Händen des Volkszu lassen, das von Winckelmann unerbittlich gehasst wurde.„Was dem teutschen Volke angehört, darf, meinte er, keinKönig oder Kaiser in übel verstandener Gutmüthigkeit aufsneue an die Franzosen verschenken. Jetzt oder nimmer kön-nen die Teutschen auch Winckelmanns zürnenden Schattenversöhnen und besonders den Preussen geziemt es ihremgrossen Landsmann dieses erste und würdigste Todtenopferzu bringen". Seine Mahnung blieb ohne Erfolg; aber jemehr der Herausgeber des Merkur seinen Mitarbeiter kennenlernte, um so lebhafter wünschte er den gesinnungsverwandtenerprobten Pädagogen für die Bildung seiner rheinischen Hei-math zu gewinnen; er bot ihm deshalb verschiedene Aemter'an; namentlich schlug er vor, ihm die Direction des Gym-nasiums in Coblenz zu übertragen. Doch Görres' Vorschläge
Briefen II, 4G4. In einer Nachschrift vom 2. Juni empfahl er seinenFreund Rupprecbt, den oben erwähnten Führer der vierten Escadronder freiwilligen Jäger, der eine Anstellung im preussischen Heer suchte,da man ihm im Hessischen trotz seiner wiederholten Bitten keinenWirkungskreis angewiesen. Nach den ebenda S. 472 ff. abgedrucktenZeilen Schutzes vom 30. September und 18. December 1815 ist mehr-fach erzählt, dass seine Berufung nach Coblenz durch Görres bewirktsei; im Text ist nach genaueren Aufzeichnungen Schulzes, namentlichnach seinen Briefen an Passow die thatsächliche Entwickelung derBerufungsangelegenheit geschildert.
*) In Nr. 276 vom 31. Juli 1815. Dass diese Mahnung von Schulzeverfasst ist, ergiebt sich aus Briefen von ihm an Passow und Böttiger,in denen er schrieb, er habe sich wegen der Rückforderung desWinckelmannschen Nachlasses an Müffling, den damaligen Gouverneurvon Paris, gewandt und in gleicher Absicht einen Artikel im Merkurveröffentlicht; Müffling habe deshalb mit Humboldt gesprochen undhoffe ein günstiges Resultat. Wie die Franzosen verstanden sich derErfüllung solcher Anforderungen zu entziehen, schildern anschaulichdie Berichte Grootes in Picks Monatsschrift für rheinisch-westfälischeGeschichtsforschung Bd. I, 38 ff.