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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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168
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168 Erstes Buch. Viertes Capitel.

Monate laug erduldete er, wie er später Passow berichtete,schreckliche Schmerzen; in sechs fürchterlich laugen Wochenhabe ich keine Minute geschlafen; die Aerzte, deren ich fünfgebrauchte, hielten mich für verloren; durch einen derselbenhatte ich das Hoffnungslose meines Zustandes erfahren undmich ruhig ergeben mit Demuth in das Unvermeidliche ge-fügt". Er suchte auch dietreue unermüdliche Gefährtinseiner Leiden durch tröstenden Zuspruch zu erheben undwieder in die Stimmung zu versetzen, in welcher sie schonfrüher harte Schicksalsschläge, ohne sich selbst zu verlieren,ertragen hatte"; ihrer sorgsamen Pflege schrieb er es zu,dass er endlich doch genas. In ihrer Begleitung unternahmer am 29. März den ersten Ausgang, um sich in den mildenStrahlen der Frühlingssonne des neu geschenkten Lebens zuerfreuen. Bald darauf begann er auch seine Lehrthätigkeitwieder; freilich waren seine Kräfte noch so schwach, dasser nicht, wie sonst seine Gewohnheit war, stehend unter-richten, sondern nur sitzend auf einem Stuhl in der Mittedes Classenzimmers sich seinen Schülern verständlich machenkonnte. Nach solchen Leiden und Schwierigkeiten fand end-lich am 4. Juni 1815 die Trauung durch den lutherischenSuperintendenten Vulpius statt; es war, bemerkt Schulze inseinem Tagebuch,ein trüber umwölkter veränderlicher Tag;aber heiter, rein und fest war der Wille, mit welchem wiruns gegenseitig die Hand der Liebe uud Treue gereicht. Duheiliges Wesen schaue gnädig auf uns herab und lass unsunter Deinem Schirm und Schutz zu einer frommen Familiegedeihen".

Im vorangegangenen Sommer hatte Passow Schulze be-sucht und sich doppelt des Wiedersehens gefreut, da ihm desFreundes ganzes Wesen bestätigte,dass seine edle Natursich von ihren meisten Schlacken befreit hatte. Was nochfehlt, schreibt er an ihre gemeinsame Freundin Frau vonVoigt in Weimar, wird sich gewiss bald finden, zumal da ersich in Kurzem mit einer nach dem Urtheil aller durchaustrefflichen Frau verbinden wird". Frau Böhm war damalsim Bad in Schwalbach; um sie persönlich kennen zu leimen,reiste Passow nach dort und verlebte mit ihr und Schleier-