Druckschrift 
Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

166 Erstes Buch. Viertes Capitel.

Die Schwierigkeiten, die dadurch entstanden, dass seinNachfolger in der Regierung gerade das Gegentheil solchenWohlwollens bewies, vermochte Schulze nicht zu überwinden trotz aller Anstrengungen, die er machte. Er übernahmpersönlich mehr Lehrstunden, da bei der geschilderten Geld-noth Pfarrer Zimmermann seine Thätigkeit am Gymnasiumeinstellte und auch Börsch die seine beschränkte; durch denEifer, mit dem Schulze seiner Amtstätigkeit sich widmete,erzielte er, dass seine Schüler, mit denen er in diesem Jahru. a. den König Oedipus, Properz und Tacitus' Agricola ge-lesen hatte, die Schlussprüfung im September gut bestanden;aber um so mehrzitterte" er, wie er in amtlichen und ver-traulichen Schreiben sagte, für das nächste Schuljahr undleider sollten seine Befürchtungen sich nur allzusehr bewahr-heiten. Persönlich war ihm die Unsicherheit seiner eigenenLage besonders deshalb drückend, weil er ihretwegen Be-denken tragen musste, den für sein Leben segensreichstenSchritt zu thun, das Ehebündniss mit der Frau zu schliessen,mit der eben die entscheidungsvollen Monate des Jahrs 1813ihn zusammengeführt hatten.

Am 3. Januar 1784, also zwei Jahre vor ihm, war inWiesbaden Caroline, die einzige Tochter des nassauischenGeheimen Raths Rössler geboren, der später nach der altenHeimath seiner Familie, nach Hanau gezogen und dort1803 gestorben ist; sie war 28 Jahre alt, als Schulze siein seinem ersten Hanauer Sommer in Philippsruhe bei einemgemeinsamen Bekannten zum ersten Male sah. SchwereSchicksalsschläge hatten sie getroffen: ihr Mann, FabrikantBöhm und ihr Töchterchen waren ihr durch frühen Todentrissen; still lebte sie ihrem Schmerz und der Pflege deseinzigen Kindes, das ihr geblieben war, eines damals kränk-

erworben hatte, der von Dalberg begünstigten Akademie in Erfurt über-wiesen hat, wo dieselbe irn Sitzungssaal der königlichen Regierungaufgestellt wurde. Dass Schulze stetsmit der grössten Vorliebe" vonDalberg sprach, erwähnt auch Ranke in einem seiner Briefe an seinenVerleger (S. 119), welchem er eben unter Beziehung auf das UrtheilScbulzes empfahl die ihm von Beaulieu-Marconnay angebotene Bio-graphie Dalbergs nicht zurückzuweisen.