Französische Lehrer. Schulzes Unterricht. 151
des collegialen Beistandes des französischen Sprachlehrersde Bertier sollte sich Schulze nicht lange erfreuen. Wie erberichtet, war in diesem Franzosen „dem Gymnasium einMann von ungewöhnlicher geistiger Befähigung und tieferFrömmigkeit zugeführt. Er stammte aus einer begütertengräflichen Familie; ein begeisterter Anhänger der Bourbonen,war er aus seinem Vaterland entflohen, um den Spähern derNapoleonischen Polizei zu entgehen, und eilte in seine Heimathzurück, sobald er unter den durch den Brand von Moskauveränderten politischen Zuständen hoffen konnte, unentdecktden verwaisten Kreis seiner Familie zu erreichen." Schonim Februar 1813 verliess er Hanau; an seiner Stelle wurdezuerst ein französischer Abbe engagirt; dieser aber reiste,nachdem er zwei Tage unterrichtet hatte, ohne seinem Directorein Wort zu sagen, nach Frankfurt und meldete von da aus,die dortigen Carnevalslustbarkeiten hielten ihn noch längerfest. Schulze wusste nun in Hanau Niemand mehr für denUnterricht im Französischen aufzutreiben als Herrn Ticher;bezeichnender Weise wurde für ihn geltend gemacht, er habewenigstens das für sich, dass er 37 französische Sprachlehrerin Hanau überlebt habe. „Denn, setzte Schulze in seinemBericht hinzu, diese flüchtigen Leute gehen wie sie kommen".Die Schüler, welche das so zusammengesetzte Lehrer-colleg zu bilden hatte, waren sehr verschiedenartig und fastsämmtlich ungenügend vorbereitet; um so anerkennenswertherfand mit Recht die vorgesetzte Behörde die Erfolge, die inverhältnissmässig kurzer Zeit erreicht wurden. Zu wieder-holten Malen erklärte Pauli im Sommer der Ober-Schul-Inspection gegenüber, nachdem sie ihm Conferenzprotocolleund Arbeiten der Schüler des Gymnasiums zur Einsicht ein-geschickt hatte, dass namentlich in Schulzes unmittelbaremWirkungskreis, in der obersten Classe, in welcher der wich-tigste Theil des sprachlichen Unterrichts in seiner Hand lag,die Hoffnungen übertroffen seien, die man an seine „thätigeherz- und einsichtsvolle Leitung" geknüpft habe. Er hatteim Griechischen mit den Schülern, welche zuerst auch inden Elementen der Grammatik noch unsicher waren, all-mählich immer schwierigere Stilübungen vornehmen können;