140 Erstes Buch. Viertes Capitel.
seiner Freude äusserte sich dieser ihm gegenüber sehr günstigüber seinen früheren Aufsatz, in dem er das Spiel des Künst-lers in Weimar besprochen hatte; durch eine ähnliche Schriftdachte er auch jetzt ihm für die genussreichen Abende inHanau und Frankfurt zu danken. Er veranlasste seinenFreund Sinclair, der mit ihm in Frankfurt zusammen Ifflandgesehen hatte, seine Beobachtungen niederzuschreiben; dochHessen dann die Zeitereignisse und drängende amtliche Ar-beiten Schulze nicht zur Abfassung der Abhandlung kommen,in der sie verwerthet werden sollten.
Seit dem September hatte er, da die geplante Reformsich noch immer verzögerte, praktisch die Hand an die Ver-besserung des Unterrichtswesens gelegt, indem er in demalten reformirten Gymnasium zu unterrichten begann. Erübernahm den Sprachunterricht in der ersten Classe; diewenigen Schüler, die in ihr sassen, waren in lateinischerund noch mehr in griechischer Grammatik sehr unsicher;Schulze trieb deshalb zuerst in sechs Stunden wöchentlichgrammatische Uebungen und bald hatte er die Freude zusehen, dass sein nach der langen Pause doppelt reger Eiferzu lehren bei seinen bisher vernachlässigten, aber wohl be-anlagten Zöglingen gute Früchte trug. Um so mehr warihm daran gelegen sie weiter zu fördern; er verzichtete aufdie Durchführung mancher in seinem Gutachten vom Sommerbesonders stark betonter persönlicher Ansicht, um durchVerständigung mit Pauli eine neue bessere Organisation desGymnasiums, die den Gedanken der Verfügung vom 1. Fe-bruar entsprach, doch noch im Winter ins Leben zu führen.Am 29. October 1812 hatte Pauli einen Lehrplan für dasgrossherzogliche Gymnasium und Lyceum in Frankfurt*) ver-öffentlicht; im wesentlichen diesem entsprechend wurde nundas Hanauer Gymnasium organisirt; nur nöthigten dessenbeschränkte Mittel den Unterricht vorläufig in vier stufen-
befreundet war, dem Wissenschafts-Wirken in der Literatur und eingedeihlicher Eifer für das Unterrichtswesen in allen Zweigen ehrenwerthe Berühmtheit erwarben."
*) Unter diesem Titel ist der Lehrplan in einer eigenen 29 Quart-seiten füllenden Publication Frankfurt am Main 1812 veröffentlicht.