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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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137
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Literarische Arbeiten. Lebensverhältnisse in Hanau. 137

menschenleeren Strassen und den zum grössten Theil ärmlichgebauten Häusern und die Altstadt mit ihren engen winke-Jigen Gassen einen tristen Eindruck gemacht", in dem völligfremden Ort hatte ihn ein Gefühl der Einsamkeit beschlichen;bald aber empfand er als eine Wohlthat nach den mannig-fachen Aufregungen seiner Weimarer Jahre, dass er hier vorallem dem stillen Verkehr mit seinen Büchern sich widmenkonnte; sein Gehalt von 1200 Gulden, der im Verhältniss zuden durch die Noth der Zeit herabgedrückten Einkünftenvieler Hanauer Bürger für einen einfach lebenden Jung-gesellen ansehnlich war, gestattete ihm jetzt eine bedeutendeSumme zur Vermehrung seiner Bibliothek zu verwenden, jaauch einige Kunstgegenstäude sich anzuschaffen. So fander im Laufe des Sommers immer mehr Gefallen an demruhigen Ort und auch an manchen seiner Bewohner, derenHanau damals etwa 12,000*) zählte; er verkehrte gern inden Familien einiger angesehener Beamten und Kaufleute;oft kam Bernhard Hundeshagen zu ihm, der damals mitseiner Publication über den Barbarossa-Palast in Gelnhausenbeschäftigt war. Wissenschaftliche Anregung boten ihm Be-suche im benachbarten Frankfurt bei dem Historiker Schlosser**)und in der Familie des Raths Schlosser, sie lieferten ihm

*) In dem Jahrgang 1812 des Staatskalenders für das Gross-herzogthum Frankfurt wird die Bevölkerung der Stadt auf 11,997, diedes 18 Quadratrneilen umfassenden Departements Hanau auf 57,854Seelen angegeben, Vergl. über beide auch den eben 1812 veröffent-lichten „Versuch einer topographisch-statistischen Beschreibung desGrossherzogthums Frankfurt von P. A. Winkopp" (XVI u. 542 S.),besonders S. 241—308. S. 67 ff. u. 262 wird hier hervorgehoben, wieunter der damaligen grossen Stockung des Handels ganz besonders,die Hanauer sehr ansehnlichen Fabriken und Manufacturen litten; eshing damit zusammen, dass die Preise der Wohnungen verhältniss-mässig niedrig waren; so wohnte Schulze nach seinem eigenen Aus-druck „fürstlich" für 66 Gulden jährlich. Unermesslich theuer wardagegen nach einer Mittheilung von ihm an Passow das Porto; ermusste einmal für einen Brief von diesem zwei Gulden zahlen.

**) Mit persönlichem Interesse las Schulze daher auch SchlossersGeschichte der bilderstürmenden Kaiser; er urtheilte Passow gegenüber,sie sei „kritisch, ungeheuer fleissig, aber ohne Phantasie, weshalb demLeser auch das Bild jener Zeiten nicht lebendig vor die Seele tritt".