Betonung des Griechischen. Bedenken gegen Schs. Vorschläge. 135
mit dem Griechischen statt mit dem Lateinischen begonnensehen wollten, ist bezeichnend für sie wie für die Zeit, inder kurz zuvor kein Anderer als Fichte die gleiche Forderungnachdrücklich vertreten hatte. Schulze aber täuschte sichschon damals nicht über die Schwierigkeiten, die der Aus-führung seines Plans entgegen standen. Seine Collegen inder Inspection waren nicht nur hinsichtlich dieses Punktesanderer Meinung als er, sie erklärten sich auch gegen seineAusführungen über den Religionsunterricht wie gegen seinenVorschlag zur Verbesserung des Schulfonds „von allen Hage-stolzen, welche das dreissigste Jahr zurückgelegt, eine ihrenEinkünften angemessene Abgabe'* zu fordern. Auch auf dieUnterstützung des Generalcurators konnte er bei seinen An-schauungen über den classischen Unterricht nicht rechnen,"denn Pauli selbst fehlte die Kenntniss des Griechischen; nochschlimmer war, dass dieser seinen Plan, persönlich nachHanau zu kommen, zuerst von Woche zu Woche hinaus-schieben musste und als er endlich im August die Reise unter-nahm, auch dann gerade die Angelegenheit des Gymnasiumsnicht zu regeln vermochte.
Da unter diesen Umständen die nothwendige Reformdes Hanauer Schulwesens verzögert wurde, war Schulzesamtliche Thätigkeit zunächst sehr gering, er benutzte dieMüsse eifrig zu literarischer Arbeit, vor allem zur Fort-setzung seiner Ausgabe Winckelmanns. Im Juni konnte erbereits 60 enggeschriebene Bogen an Meyer schicken, dieden Anfang des vierten Bandes der Kunstgeschichte, denSchluss des Textes derselben enthielten. Es schien ihm hierbesonders nöthig zahlreiche Anmerkungen hinzuzufügen; nebenihnen beschäftigte ihn die griechische Anthologie. Er wolltealle auf die bildende Kunst bezüglichen Epigramme über-setzen, sie nach der Zeit, in welcher die Künstler lebten, oderzu welcher die beschriebenen Kunstwerke wahrscheinlich ver-fertigt wurden, ordnen, das Ganze mit erklärenden Notenbegleiten und so, wie er Passow im Juli schrieb, „die ganzeKunstgeschichte in Gedichten erfreulich und lehrreich vor-überführen. Elis wird das Kind getauft. Schon mehr als200 Epigramme sind übersetzt, genau, fast wörtlich, aber