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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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122 Erstes Buch. Viertes Capitel.

hatten nichts Gemeines, sondern flössen aus derselben Quellemit seinen Tugenden". Auch diese Sätze zeigeu, wie dieoben angeführte Bemerkung aus Schlossers Selbstbiographie*),dass er nicht blind gegen die bedenklichen Seiten in Dal-bergs Charakter war; dass der meist so strenge Richtertrotzdem so mild und günstig denedlen Fürsten" beurtheilte,wird man nicht aus seiner persönlichen Dankbarkeit gegenden Grossherzog erklären dürfen, der ihn zum Professor inFrankfurt ernannt und durch mannigfache Freundlichkeit seineStudien gefördert hatte; vielmehr möchte ich den Grund davonin der Verwandtschaft der Anschauungen suchen, die Beidetrotz der Verschiedenheit ihrer Charaktere verband. Wenigerals uns war Schlosser Dalbergs undeutsche Politik anti-pathisch; mit warmer Sympathie erfüllte ihn die ungewöhn-liche Empfänglichkeit, die dieser deutsche katholische Prälatals echter Sohn des 18. Jahrhunderts dessen Idealen ent-gegenbrachte, und der liebenswürdige Eifer, mit dem er fürihre Realisirung unablässig bemüht war. Sie traten im per-sönlichen Verkehr besonders hervor; in ihnen wurzelt Dal-bergs historische und in gewissem Sinn darf man selbstsagen nationale Bedeutung.Ein Zögling seines Zeitalters",wie ihn Ehrhard treffend nennt, hat er durch Mangel annationalem Stolz, an politischer Klarheit und Festigkeitschwere Wunden dem Vaterland geschlagen, doch auch ihm,der Ausgleichung der Gegensätze unter den Deutschen und derPflege ihres gemeinsamen geistigen Lebens namentlich durchseine Bestrebungen auf kirchlichem und auf pädagogischemGebiete gedient. Wohl zeigen sich auch bei ihnen deutlichseine und seines Zeitalters Schwächen aber noch mehrdie für beide charakteristischen Vorzüge. Von der Noth-wendigkeit und der Wichtigkeit öffentlicher Erziehung über-zeugt vertrat er nicht nur theoretisch die Pflicht des Staats,sie so viel als möglich zu fördern; er entfaltete auch eine

*) S. die Bemerkungen Schlossers in seiner Selbstbiographie, dieaus denZeitgenossen" vom J. 1826 wieder abgedruckt ist von GeorgWeber, Friedrich Christoph Schlosser (Leipzig 1876) S. 39 und vonden im Register zur dritten Auflage der Geschichte des 18. Jahr-hunderts s. v. Dalberg angeführten Stellen namentlich IV, 276.