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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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116 Erstes Buch. Drittes Capitel.

eingehend unterrichtet hatte. Er lernte bei diesen Gesprächennicht nur Hugs umfassende und gründliche Gelehrsamkeit,sondern auch seine freien Ansichten über Staat und Kircheund seine ansprechende und würdige Persönlichkeit so sehrschätzen, dass er ihn später seinem Collegen Schmedding fürdie Stelle des Erzbischofs von Köln empfahl*). Die meistenAnregungen aber bot ihm Heidelberg. Hier sah er Böckhwieder und verlebteselige Stunden" im Vossschen Haus**);sehr interessirten ihn Daubstiefe Ansichten". Er lernte nunpersönlich den ßecensenten seiner Predigten, Marheinecke,kennen; da dieser nach Berlin berufen wurde, dachten Daubund Schwarz daran, ihn durch Schulze zu ersetzen. Aberauch zur Verwirklichung dieses Gedankens kam es nicht,ebensowenig zu einer Berufung Schulzes nach Breslau, wohin,wie er Passow meldet, Schleiermacher ihn zu ziehen wünschte.Dagegen wurde ihm die Stelle eines Gymnasialdirectors inHildburghausen angeboten; er aber lehnte sie ab, da er gleich-zeitig unter ihm noch mehr zusagenden Bedingungen einenähnlichen Ruf von einem Fürsten erhielt, welcher ihm schon

*) Adalbert Maier erwähnt in den Badischen Biographien I, 409,dass Hug mehrfache Berufungen auch als Professor nach Preussen,nach Breslau und Bonn erhielt, sich aber nie entschliessen konnte, dieWirksamkeit an seiner geliebten Albertina gegen einen fremden Be-rufskreis aufzugeben. Auch Jacob Grimm rühmt 1814 in einem Briefan seinen Bruder dasgute, feine Gefühl" und die Gefälligkeit vonHug, dessen äusseres Wesen etwas für uns Fremdes hat, das man abervielleicht unter Katholiken öfters finden muss, etwas sanft Schwär-mendes und Wortreiches in Augen und Mund"; mit grosser Mühe, be-richtet er weiter, habe H. sich eine sehr auserwählte Bibliothek undeine Münzsammlung erworben, die er beide der Universität vermachenwolle;über das Politische redet er mir ganz nach meinem Sinn".Briefwechsel zwischen Jacob und Wilhelm Grimm aus der JugendzeitS. 227 f.

**) Dass die Eltern Voss Schulzerecht lieb" gewannen, ersehenwir aus einem Briefe ihres Sohnes Heinrich an Lotte Schiller vom25. Februar 1811 (Charlotte von Schiller und ihre Freunde III, 251 ff.),der selbst hier über Schulze urtheilt:Eine interessante Erscheinungist er gewiss, talentvoll, wenn auch nicht geistreich, und bieder undgut ist er auch." Wohl durch das Datum dieses Briefs ist Herbst inseinem Buch über Johann Heinrich Voss II, 2,152 veranlasst, SchulzesBesuch in Heidelberg in das Jahr 1811 zu verlegen.