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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Aesthetische Eindrücke. Pestalozzi. 115

Charakters und wegen seines entschiedenen und ausgebildetenTalents, durch angemessene an seine Schüler gerichtete Fra-gen irgend einen Begriff in seinem ganzen Umfange und inallen seinen einzelnen Theilen zu zerlegen und zu klarer An-schauung zu bringen, sehr schätzte, war die Seite des Ver-standes vorwaltend, und die des Gemüthslebens in etwaszurücktretend, weshalb ihm auch für die Religion und ihreMysterien, welche sich nicht immer auf Verstandesbegriffezurückführen lassen, wenn nicht die Empfänglichkeit, dochdas volle Verständniss fehlte. Die preussische Regierung hatfrüh die grosse Bedeutung Pestalozzis für die Volkserziehungwenn nicbt erkannt, doch geahnt, und Pestalozzi war vonDank für unsere Regierung erfüllt; ihre beiden Zöglinge Braunund Streit, welche ich vorfand, haben im Elementarunterrichts-fache auch späterhin Löbliches geleistet, aber weder der einenoch der andere war nach seiner Persönlichkeit geeignet, fürPestalozzis eigenthümliches Wesen und Streben nachhaltigzu wirken. Herr von Türck aus Meiningen war mit seinerGattin, einer Schwester unseres berühmten von Buch, nachYverdun gegangen, um sich mit den dortigen Unterrichts-anstalten näher bekannt zu machen und er hat später alsRegierungsschulrath in Potsdam in anerkennungswerther Weisedargethan,dass der Aufenthalt in Yverdun für ihn nicht ohneFrucht geblieben."

Auch sehr verschiedene Gelehrte lernte Schulze nament-lich in den Universitätsstädten kennen, die er auf seinemWeg berührte. In Strassburg erfreute ihn, dass in einerAbendgesellschaft, in welche er eingeführt wurde, nur deutscheSprache und deutscher Geist herrschten, leider war Schweig-häuser verreist, von dessen Herodotstudien ihm erzählt wurde.In Freiburg verkehrte er mit dem gelehrten katholischenTheologen Johann Leonhard Hug, der dort als Professor derorientalischen Sprachen und Domherr lebte; er vertheidigtediesem gegenüber lebhaft die Wolfschen Prolegomena, dieHug angegriffen hatte, besichtigte seine Sammlung griechi-scher und römischer Münzen und liess sich von ihm über diein Paris vereinten antiken Kunstwerke berichten, über welcheder Freiburger Gelehrte auf mehreren Reisen nach dort sich