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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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112 Erstes Buch. Drittes Capitel.

gegangen war, erörterten beide Freunde die Möglichkeit, obnicht auch Schulze dorthin folgen könne. Was er über dieAnstalt erfuhr, die sein Freund in Uebereinstimmung mitseinem gleichgesinnten Collegen Jachmann leitete, reizte ibnsehr, auch seine Kräfte ihr zu widmen; durchaus einverstan-den war er mit den pädagogischen Zielen, für welche dieDirectoren des Conradinums durch eine von ihnen begründeteZeitschrift auch literarische Propaganda zu machen suchten.Wir haben", schrieb Passow über sie,zum Titel gewählt'Archiv deutscher Nationalbildung', und darin ist auch dieTendenz des Ganzen genugsam ausgesprochen. Von politischerSeite können wir nichts erwarten, weil die Deutschen schonzu lange aufgehört haben, sich als Bürger Eines Staates zufühlen: nur ihre Wissenschaft war noch ein allgemeines Bil-dungsmittel, und um dies Band weiter und fester zu ziehen,muss die ganze Wiederherstellung der Nationalität von denenund durch diejenigen beginnen, welche die Depositärs derdeutschen Art und Kunst sind, also durch den Lehrstand,gleichviel ob er mündlich oder schriftlich lehrt: das Besteaber ist von den künftigen Geschlechtern zu hoffen, weil dasgegenwärtige sich nicht mehr aus sich selbst emporarbeitenkann, und so fliesst der Begriff deutscher Nationalbildungfür den Augenblick fast ganz zusammen mit dem deutscherJugendbildung. Soll aber durch diese ein gemeinsamer Zweckerreicht werden, so müssen die zu solchen Zwecken Thätigenvor allem über Tendenz, Mittel und Methode unter sich einigwerden, und dies vorzubereiten ist die Absicht unsers Archivs."Dieser Anschauung entsprachen die Aufsätze der Zeitschrift,an deren Spitze bezeichnender Weise Fichtes Bild stand; engverbunden und hochgesteigert treten uns in ihnen die gleichennationalen und humanistischen Tendenzen entgegen, die alleoben angeführten Aeusserungen Schulzes beseelen; ausdrück-lich sprach er seine Uebereinstimmung mit der Auffassungder Herausgeber von der Aufgabe der Schule im Archiv selbstaus in einer Anzeige eines Programms von Jachmannüberdas Verhältniss der Schule zur Welt"*). Aber so verlockend

*) In interessanter Weise zeigt sieh uns auch hier der Unter-schied der Anschauungen Passows und Schulzes von denen Goethes,