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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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A. W. Schlegels Kecension. H. Meyer. 103

humanistischer Tendenzen sich aus; beiden zugleich wollteSchulze durch seine Bemühungen um das Werk dienen, indessen Bewunderung alle Wortführer der neuen deutschenhumanistischen Bildung von Herder uud Wolf bis auf dieSchlegel und Schelling wetteiferten. Aber bestimmt tretendem Betrachter ihres Verhältnisses zu Winckelmann auchdie Unterschiede zwischen ihnen entgegen; es ist für sie sehrbezeichnend, wie 1812 A. W. Schlegel den Weimarer Heraus-gebern gegenüber bei aller Anerkennung der „Tugendendes musterhaften Prosaikers" nicht nur „die grammatischenund logischen Mängel seiner Schreibart", sondern auch seinesachlichen Irrthümer und Einseitigkeiten betont, ihm jede„Ahndung von dem Wesen der christlichen Ideale" abspricht,warm für die christlichen Maler des 14. und 15. Jahrhundertseintritt. Schulze, den die „sorgfältige" Recension seines Unter-nehmens durch den von ihm verehrten Schriftsteller erfreute,fand nicht unbegreiflich, dass auch hier dessen „Abneigunggegen alles jetzt aus Weimar Kommende" sich geltend mache;er war sich kaum bewusst, wie diese Arbeit bei ihm selbstAnschauungen förderte, von denen sich damals mehr undmehr Schlegel und seine nächsten Gesinnungsgenossen ab-wandten. Unmöglich konnte auf ihn der enge Verkehr mitMeyer ohne Einfluss bleiben; er lernte ihn herzlich lieben;„Meyer ist doch, schrieb er 1811 an Passow, der reellsteMensch in ganz Weimar und welch ein klarer reiner Ver-stand!" Noch wichtiger für ihn war aber die Natur derAufgabe, an deren Lösung er „manches schöne Jahr in nie

erwähnte Aeusserung Passows über Schulzes Arbeit für Winckelmannfindet sich in seinem Schreiben an H. Voss vom 17. September 1809(S. 99), Schulzes ungedruckte Briefe an Böttiger bewahrt die DresdenerBibliothek auf. Aus ihnen ergiebt sich das Missverständliche der aufdie Winckelmann-Ausgabe bezüglichen Aeusserungen von Meyer-Ochsnerin seinem Leben des Hofraths Heinrich Meyer von Zürich, das als Neu-jahrsblatt der Künstlergesellschaft in Zürich für 1852 erschien und aufdessen Darstellung ich hinsichtlich des Lebens und Charakters Meyersverweise. Vgl. über diesen ausserdem Paul Weizsäckers Einleitung zuseiner Ausgabe der Kleinen Schriften zur Kunst von Heinrich Meyerim XXV. Bd. der Deutschen Literaturdenkmale des 18. und 19. Jahr-hunderts. Heilbronn 1886.