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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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102 Erstes Buch. Drittes Capitel.

nöthigte. Aber für ihn waren auch solche äusserliche Rück-sichten nicht die bestimmenden Motive seines Handelns;„wunderlich erschien ihm oft, wie er an Passow schrieb, dasHaschen und Jagen junger Gelehrter nach einem Namen,nach einem Ruf von Gelehrsamkeit u. s. w. Leicht und ohnegar grosse Anstrengung sind diese Erbärmlichkeiten zu er-langen. Aber was frommt es? Oft geht das Gründliche undWissenschaftliche darüber zu Grunde, ja die Möglichkeit zueiner hohen schönen Ausbildung des Innern wird nicht seltenim Keime erstickt." Seine liebevolle Beschäftigung mitWinckelmann förderte ihn in mannigfacher Richtung; mitFreude berichtete er Passow über seinen dritten Band, erwerde „um vieles besser werden, als die vorigen Theile; dennich werde des Stoffes immer mächtiger und gewinne anhistorischen Kenntnissen und an Einsicht in die Kunstspracheder alten Schriftsteller". Vor allem aber hob ihn auch beidieser Arbeit der patriotische Gedanke an den Dienst, densie seinem Volke leisten sollte; „alle unsere Wünsche, sagter, sind in reichem Masse erfüllt, wenn diese neue Ausgabeder Kunstgeschichte Winckelmanns auch nur weniges bei-trägt unter dem deutschen Volke, das selbst beim Druckeder Gegenwart noch so manches Schöne und Erfreulicheschafft, die gründliche Liebe für das Alterthum zu erhalten,damit jeder welcher Stärkung bedarf, sich an dessen unver-gänglichen Werken aufrichte, neuen Muth und neues Lebengewinne"*).

So spricht auch hier die Verbindung nationaler und

*) Auch diese Worte Schulzes finden sich in der von ihm ver-fassten Vorrede zum ersten Band der Kunstgeschichte, welcher unterdem Titel: Winckelmanns Werke herausgegeben von Heinrich Meyerund Johann Schulze. Dritter Band, Dresden, in der Waltherschen Hof-buchhandlung 1809 veröffentlicht wurde. Er enthält LX und 468, derzweite, resp. der vierte Band der Werke ausser dem am 16. August1810 unterzeichneten Vorworte 440, der dritte resp. fünfte Band derWerke, dessen Vorrede vom 18. December 1811 datirt ist, ausserdieser 618 Seiten; ungefähr die Hälfte derselben nehmen die von Bandzu Band an Umfang wachsenden Anmerkungen ein. Schlegels Recen-sion der vier ersten Bände der Werke ist aus den Heidelberger Jahr-büchern von 1812 von Böcking in seiner Ausgabe von A. W. v. Schlegelssämmtlichen Werken Bd. XII, S. 321—383 abgedruckt. Die im Test