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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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99
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Ausgabe Winckelmanns. 99

geschickte, um deren Edition es sich nun handelte, lag zu-nächst kein Text vor, der sich ohne Weiteres zu Grundelegen Hess. Schulze suchte ihn aus den heiden Ausgabendes Werkes und aus den Anmerkungen Winckelmanns aufdie Weise zusammenzustellen, wie er glaubte, „dass Winckel-mann selbst würde verfahren haben, wenn ihn nicht eingrausames Schicksal an der Vollendung seiner Arbeit ver-hindert hätte". „Nichts, sagt er in der von ihm verfasstenVorrede zum ersten Band der Kunstgeschichte, ist verändertworden, die Entstellungen der Wiener Herausgeber aus-genommen, nichts Wesentliches ist ausgelassen, sondern jederGedanke in der von Wiuckelmann ursprünglich bestimmtenGestalt gerade da dem Ganzen einverleibt, wo er die zweck-mässigste Stelle zu finden schien". Er hielt es für seinePflicht den Text der Kunstgeschichte mit der „gleichenkritischen Strenge" wie die Classiker des Alterthums zu be-handeln; denn, schreibt er, „Winckelmanns durch die leben-digen Muster der Alten einzig und allein gebildeter Stil hatbesonders in vorliegendem Werke, worin er seine ganzeEigenthümlichkeit am vollkommensten und liebenswürdigstenniederlegt, jene hohe Einfalt und unbewusste Grossheit er-halten, welche wir in den besten Schriften der Alten, wiein den Werken unseres Goethe, als unerreichbar bewundern".Er Hess sich in diesem Verfahren auch nicht irren durchdie Einwendungen, welche A. W. Schlegel in einer eingehen-den Recension vorbrachte; entschieden sprach er sich in einemBrief an Böttiger gegen Schlegels Forderung aus, „Winckel-manns Text nach den jetzt üblichen Regeln der Grammatikzu ändern"; „meine Ehrfurcht vor dem grossen Todten er-laubt mir nicht solche Willkürlichkeiten". Noch wenigerkonnte er sich entschliessen, wie Schlegel wünschte, demTexte Sachberichtigungen einzurücken; unbedingt leistete er

mann besonders edirt, in eine Verwirrung gerathen, dass eine neueBearbeitung nötbig wird. Auch hat sich seit jener Zeit so manches inder Kunstgeschichte und den Hülfswissenschaften aufgeklärt; es ist sovieles gegen Winckelmann und öfters nicht ohne Grund geschriebenworden, wovon der Herausgeber in beigefügten Noten Rechenschaftablegen muss." Goethes Briefe an Ch. G. von Voigt S. 263 f.

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