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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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96 Erstes Buch. Drittes Capitel.

stimmen, wenn in solchem Zusammenhang sein Interesse fürden standhaften Prinzen als ein Beweis seiner „Liehe für jedewahrhaft christliche Erscheinung" und die „von heiliger Sehn-sucht durchglühten, Steine bewegenden Töne seines christ-lichen Faust" als ein Zeugniss seiner Anerkennung der „All-gegenwart des Christenthums in der Geschichte" gedeutetwurden. So führte ihn gerade diese auf seinen Anlass unter-nommene Arbeit zu einer bestimmten Erklärung gegen derenUrheber und gegen dessen romantische Gesinnungsgenossen*):darin liegt das hauptsächliche Interesse, welches ihre, welchesdie Betrachtung des Verhältnisses von Schulze zu Goethenoch heute in Anspruch nehmen darf. Dass es zu näherenpersönlichen Beziehungen zwischen Beiden nicht gekommenist, daran trugen nicht allein zufällige Missverständnisse dieSchuld**); der von feurigem Patriotismus erfüllte AnhängerArnims und Kleists musste bei seiner Verehrung für den

*) Schon Schuchardt hat in der Beilage der Allgemeinen Zeitung1881 Nr. 198 bemerkt, dass es Goethe „wohl erst durch SchutzesSchrift zu seinem Missbehagen klar geworden, was man alles aus demstandhaften Prinzen herausfühlen"' kann. Hinsichtlich der WürdigungCalderons durch Goethe möchte ich auf die Ausführungen von Wolde-mar von Biedermann (Goethe-Forschungen I S. 154 ff. II, 160ff.), hin-sichtlich Goethes Stellung zu den Romantikern besonders auf denzweiten und dritten Abschnitt von Adolf Schölls Abhandlung: Goethein seinen Zeiten in der Berlin 1882 erschienenen Sammlung seiner Auf-sätze über Goethe S. 380 ff. und auf Viktor Helms Gedanken überGoethe S. 117 ff. verweisen.

**) Wie Schulze selbst berichtet, wies er als Passows Freund dieEinladung zu den Abenden von Johanna Schopenhauer zurück, da sieihm mittheilte, sie bedaure Passow nicht einladen zu können, weilGoethe erklärt habe mit ihm nicht zusammenkommen zu wollen; ausPassows eigner ausführlicher Erzählung in seinem Brief an H. Vossvom 12. März 1810 ist aber bekannt, wie diese auf Missverständnissenberuhende .Differenz beseitigt wurde. Passow war seitdem hoch-beglückt durch Goethes Freundlichkeit; dieser liess ihm, als er Weimar1810 verlassen hatte, auch durch Schulze „viel Schönes" sagen; übersich selbst schrieb Letzterer am 15. Januar 1811: „Goethe scheint seinVorurtheil gegen mich abgelegt zu haben; er behandelt mich jetztsehr freundlich und hat mich schon zweimal zu sich geladen." WennGoethe, der selbst in dem oben citirten Brief an Caroline von Wolzogenaussprach, er gönne Schulze übrigens alles Gute, über ihn verstimmt