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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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94 Erstes Buch. Drittes Capitel.

entlehnt, aus dem Leben des Prinzen, das sein Unglücks-genosse Alvarez „mit liebevoller Umständlichkeit und alter-thiimlicher Einfalt" geschrieben hatte; daran schloss sicheine eingehende Analyse der Entwicklung und der hervor-ragenden Charaktere des Stücks. Schulze bewies dabei, dasser sorgfältig das spanische Original studirt hatte und da-durch sich auch im- Stande fühlte an einzelnen wichtigenStellen A. W. Schlegel zu verbessern, nach dessen Ueber-setzung das Drama aufgeführt war. Nichts aber lag ihmferner, als wegen solcher Einzelheiten dessen „bewunderungs-würdige Arbeit in ihrem hohen von ihm wohl erkanntenWerthe" herabzusetzen; dem um Kunst und Wissenschafthochverdienten Manne, dessen „meisterhafte Verdeutschung"die wirksamste Propaganda für Calderon in Deutschlandgemacht hatte, stimmte er auch in der Schätzung der spa-nischen Dichtung völlig zu. Im letzten Theil seiner Schriftunternahm er mit Beziehung auf sie die Schlegelschen Auf-stellungen über den Unterschied zwischen antikem und christ-lichem Drama näher zu begründen, wonach als Grundgedankevon jenem das Schicksal und von diesem die Vorsehung zubezeichnen sei. „Der Teutschen Muse, schloss er, ward esnoch nicht vergönnt, ein christliches Drama von hoher Voll-endung, das auf vaterländischem Boden entsprossen, volldankbarer Demuth auf dem Hochaltar der Kirche dem Ewigenweihen zu können, und darum wollen wir uns liebevoll undfreudig das Ausländische aneignen, wie es dem mütterlichenSinn des teutschen Volks geziemt".

Diese Auffassung und diese Art ihrer Vertretung fandenbegreiflicher Weise nicht die Zustimmung des Meisters, aufdessen Aufforderung hin Schulze seine Schrift verfasst hatte.Seine Bemerkungen über Ifflands Spiel hatten nicht nur derPrinzess Caroline*), sondern auch Goethe gefallen; er äusserte,wie Schulze in zwei Briefen an Passow meldet, den Wunsch,von ihm auch etwas über den standhaften Prinzen se-

*) S. ihre Zeilen an Lotte Schiller vom 24. December 1810 Char-lotte Schiller und ihre Freunde I, 559, wo in Anm. 2 die Worte derPrinzessin irrthümlich auf die Schrift über den standhaften Prinzenbezogen sind.