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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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92 Erstes Buch. Drittes Capitel.

Mit seineu romantischen Neigungen hing der Eifer zusammen,mit dem er in Weimar die in seiner Studentenzeit begonnenenStudien der spanischen Literatur fortsetzte und sich jetztnamentlich Calderon zuwandte; er und Passow wanderteneine Zeit lang wöchentlich an ihren freien Nachmittagen nachOberweimar, um Calderons Dramen zusammen mit dem dor-tigen Pfarrer Netto zu lesen, der sich damals mit der Aus-arbeitung eines spanischen Wörterbuchs beschäftigte. Lebhaftinteressirte sich daher auch Schulze für das Unternehmen, denspanischen Dramatiker auf die Weimarer Bühne zu bringen.Er, der schon in Lauchstädt und Leipzig an den Aufführungender Weimarer Schauspieler sich erquickt und erhoben hatte,folgte natürlich als ihr Mitbürger ihren Leistungen mit be-sonderer Theilnahme; ausser mit Wolff stand er im Verkehrmit Graff und Malcolmi, mit denen er im Gasthaus zumElephanten zu Mittag ass; auch mit der Jagemann und mitHenriette Händel wurde er persönlich bekannt. Letztere er-innerte ihn durch ihre Gestalt und mehr noch durch ihreGesichtsbildung an ihren Vater, den Gastwirth Schüler zuSchwerin, welcher einst in ihm „durch seine aus dem Steg-reif vorgeführten Rollen die Elementarbegriffe mimischer Kunstgeweckt hatte"; als die Tochter nun auf dem Weimarer Stadt-haus mimisch-plastische Attitüden gab, bewunderte auch er„die hohe Besonnenheit und Sicherheit ihres Spiels und diekünstlerische Wahrheit, die sie in jede einzelne Attitüde zulegen wusste"; er empfand es schmerzlich, dass er die Künst-lerin nicht von ihrer Verbindung mit Professor Schütz inHalle zurückzuhalten vermochte, deren unglückliche Folgener voraussah. Vor allem aber begeisterte ihn Ifflands Spiel,welcher an vier Abenden des September 1810 in Weimarauftrat und namentlich als König Lear „den glänzendstenTriumph feierte"; die in ihm dadurch „erweckten Bemerkun-gen über den mimischen Künstler" schrieb Schulze auf Ein-siedels Aufforderung für Bertuchs Journal des Luxus und derModen nieder, wo sie im November veröffentlicht wurden*).

*) Aus dem Novcniberheft des Journals des Luxus und der Modenist dieser (27 S. 8° füllende) Aufsatz separat abgedruckt u. d. T.: üeber