Schleiermaohers und Novalis' Einfluss auf Schutzes Predigten. 83
und auch in ihren Gedanken der Einfluss der Romantik her-vor. In der Gedächtnissrede auf Osann sprach Schulze mitbesonderer Innigkeit von der Verehrung des geliebten Schülersfür den Sänger, der „durch seine kindliche grenzenlose Liebezum Erlöser auch ohne Chormantel ein heiliger Priester desCliristenthums ward", „dessen ganzes schnell vorübergerausch-tes Leben nur eine Sehnsucht nach dem Ewigen und ein viel-stimmiger Gesang zur Ehre der Religion und des Erlöserswar". Von „Andacht und Wehmuth" bei dem Gedanken anihn, an Novalis erfüllt, nahm er eines seiner „gehaltvollenuud tiefsinnigen" Gedichte in eine seiner Predigten auf; diemeisten derselben schloss er mit dem Vortrag geistlicherLieder, die er selbst nach seinem Vorbild zu dichten ver-suchte. Es entsprang der gleichen Richtung seines Geistes,dass und wie er am Michaelisfest 1809 das „Wohlthätigedes Glaubens an gute Engel" nachzuweisen unternahm, 1810am Tag der Vermählung von Karl Augusts Tochter Carolinemit dem Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin „Maria, dieSonne der Frauen" feierte. Er meinte, bei seinem Zuhörer-kreis brauche er „die traurige Missdeutung nicht zu fürch-ten, als wolle er ungetreu werden seinem protestantischenGlauben"; seine Ansicht über die Natur des Protestantismusund dessen Verhältniss zum Katholicisinus entwickelte er ineiner am Reformationsfest 1809 gehaltenen Rede. Er wandtesich in ihr entschieden gegen „die jetzt herrschende Modedes Uebertretens in die katholische Kirche"; für keine Zeiterschien ihm der Protestantismus nothwendiger als für dieGegenwart, „weil gerade jetzt alles das Gefahr läuft unter-zugehen, was zu schützen, zu erhalten und zu befördern seineBestimmung ist"; dennoch wurde nicht ohne Grund vonprotestantischer Seite ihm vorgehalten, welche Bedenken seineAusführungen über die Grunddifferenz beider Confessionenerregen müssten. Er sah dieselbe nämlich darin, dass der„Katholik die Ansicht des ewigen Seins in Gott auf dasChristenthum anwendet und deshalb seine Kirche als ge-schlossen und vollendet betrachtet", während gerade umgekehrt„der Protestant die Ansicht des ewigen Einswerdens mit Gottin allen seinen religiösen Gefühlen und Betrachtungen zum
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