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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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82
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82 Erstes Buch. Drittes Capitel.

Helden der Religion in unsern Tagen dankbar" verehre; kurzzuvor hatte er in einer Recension der 1808 veröffentlichtenPredigten Schleiermachers*) dessen Ansicht der Religionals die „würdigste und erhabenste bezeichnet, die seit Lutherund Lessing aufgestellt war", ihn zugleich als den „wür-digsten Nachfolger des von ihm am würdigsten verherrlichtenSpinoza" gepriesen. Ausdrücklich berief er sich nun aufdessen Reden über die Religion; er verwies auf seine Aus-führungen über die Grundzüge des christlichen Glaubens; anWorte der vierten Rede über die Mittheilung der Religionknüpft offenbar Schulze an, indem er fordert, dass alle Kraft,Anmuth und Pracht der Rede in der Predigt aufgebotenwerde, dass sie nicht nur selbst ein Kunstwerk sein, sondernes auch dankbar erkennen müsse, wenn Künste aus andernGebieten sich zu ihr gesellen und vollendete Werke auf denAltar der Religion niederlegen. Aber war schon seine Auf-fassung der Schleiermacherschen Doctrinen nicht frei vonMissverständnissen, noch weniger entsprachen seine prakti-schen Leistungen denen des Meisters. Auch er bewunderte indessen Predigten besonders die Verbindung von Klarheit undTiefe; Aehnliches zu erreichen erschwerte er sich selbst durchden Nachdruck, mit dem er seine ästhetischen Tendenzenzur Geltung zu bringen, den Eifer, mit dem er rhetorischePrachtstücke zu gestalten suchte. Stark trat in ihren Formen

*) Dass diese J. L.F.S. unterschriebene Recension in der JenaischenAllgemeinen Literatur-Zeitung 1809 Nr. 40 c. 213 ff. von Schulze ver-fasst ist, zeigen Passows Worte in seinem Schreiben an Toss vom17. September 1809, nach denen Seh. noch nichts für die J. Z. geschrie-ben hatte, „als die Anzeige vom zweiten Band der SchleiermacherschenPredigten, von der aber Eichstädt eine lange und vortreffliche Ein-leitung weggeschnitten hat". Eben hieraus ergiebt sich, dass der BriefSchleiermachers vom 26. Februar 1810 (aus Schleiermachers LebenIV, 176 ff.) „an einen Halleschen Schüler" an keinen andern als Schulzegerichtet war, den Schleiermacher darauf aufmerksam macht, dassdie Zusammenstellung mit Lessing und Spinoza beim theologischenPublicum seiner Absicht entgegenwirken könne. Schulze hat diesesSchreiben dann wohl Meusebach für seine Sammlung geschenkt; soist dasselbe unter die Handschriften der Berliner Königlichen Bibliothekgekommen.