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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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81
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Schul- und geistliche Reden. 81

verliessen, hiess er sie „rnuthig dem Rufe folgen, der sieeiner höheren Bestimmung entgegenführe, weil ihr Sinn stetsempfänglich gewesen für das Grosse und Schöne aller Zeiten,ernst und gründlich ihr Streben, unermüdet ihr Fleiss unddie Gemeinheit eines ins Irdische versunkenen Geschlechtsihren reinen Sinn nie getrübt" habe.

Die Rede, an deren Schluss er sich so an seine schei-denden „geliebten Freunde" wandte, diente zugleich als Vor-bereitung zur Abendmahlsfeier, die sie zum letztenmal imKreis der Schule begehen sollten. Schon vorher hatten sieihren Lehrer auch als geistlichen Redner kenuen lernen. Ob-gleich er weder ein theologisches Examen bestanden hatte,noch ordinirt war, hatte er „wenn auch, wie er betonte, sel-tener als sein innerer Beruf ihn trieb", doch bereits seit demNovember 1808 mehr als einmal auch die Kanzel in Weimarbestiegen, „die Stelle", um seine eigenen Worte zu gebrauchen„wo einst der für die Religion zu früh verstorbene Herdersprach". Zwei Sammlungen seiner Predigten, die er 1810 und1811 veröffentlichte*), lassen uns deren Gehalt und Formdeutlich erkennen, wenn auch im Drucke einzelnes ausge-lassen und umgekehrt zwei Reden erst jetzt coneipirt wurden.Gleich in dem Vorwort zu der ersten dieser Sammlungenbekennt Schulze sich als Schüler des „unschätzbar würdigenMannes, welchen er als seinen Lehrer und den grössten

*) Von den in der ersten Sammlung erschienenen neun Predigtensind sechs in Weimar, zwei in Rudolstadt, eine in Schwarzburg ge-halten; die Vorrede zu diesem u. d. T.: Predigten von Johann Schulze,Leipzig bei C. H. Reclam 1810 (XXX u. 400 S. 8°) erschienenen Bucheist vom 18. Dec. 1809 datirt. — Die zweite Sammlung wurde u. d.T.: Reden über die christliche Religion, Halle 1811, in der Schimmel-pfennigsehen Buchhandlung veröffentlicht; dem an Dalbei'g gerichtetenWidmungsschreiben vom 18. December 1810 und einem vom 16. April1811 datirten Vorwort folgen hier auf 314 Seiten zehn Reden, vondenen acht „öffentlich gesprochen, zwei weder gehalten noch zu diesemZweck gearbeitet waren"; schon 1810 waren die hier S. 181 ff. unterNr. 7 mitgetheilten Ausführungen über die sieben Worte des Erlösersam Kreuz in Rudolstadt separat gedruckt; sie waren am Charfreitag1810 in Verbindung mit einer von Schulzes Freund Eberwein gelei-teten Aufführung des betreffenden Haydnschen Oratoriums vorgetragen.

Varrentrapp, Joh. Schulze. 6