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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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80 Erstes Buch. Drittes Capitel.

bedurften beide eine Unterstützung für ihre Universitäts-studien; Schulze verschaffte ihnen durch seine Fürsprachebei der Grossfürstin Marie ein Stipendium. Wichtiger warfür Beider und ihrer gleichgestimmten Freunde gesammteweitere Entwicklung, wie er rastlos suchte, ihnenwas ihmals das Höchste erschien, als das höchste und letzte Zielaller sittlichen Bestrebungen vor die jugendliche Seele zustellen", dieAusbildung der ganzen Menschheit" in ihnenzu fördern. Erwollte, wie er später in seiner Abschieds-rede von Weimar es aussprach, nicht für dieses oder jenesbestimmte Geschäft seine Schüler vorbereiten, noch wenigersie zu einer Vorrathskammer von mannigfaltigen nützlichenKenntnissen machen, welche zum Fortkommen in der so-genannten Welt erspriessliche Dienste leisten und ihremEigner Brod und Ansehen sichern"; er wollte sieallmählichzur klaren Erkenntniss der Menschheit an sich erheben, zumhellen Bewusstsein ihrer selbst und der eigentümlichenWeise, wie in jedem Einzelnen der Gedanke der Menschheitsich geoffenbart; ihre ganze ungetheilte Natur und alle ihreKräfte in Anspruch nehmend, wollte er sie zu ganzen, das istzu frommen Menschen bilden." Von gleichen Anschauungensind zwei andere von ihm gehaltene Reden erfüllt, in welchendie Innigkeit seines herzlichen Verhältnisses zu seinen Schülernauf das deutlichste hervortritt. Als im October 1809 ausihrem Kreis ein ihm besonders nahestehender Jüngling, derPrimaner Karl Osann, der eben in die Selecta aufgenommenwerden sollte, durch ein Nervenfieber dahingerafft wurde,gab er seinen und seiner jungen Freunde gemeinsamen Ge-fühlen in warmen Worten*) Ausdruck, in denen er denheiligen Ernst, den frommen Sinn des Geschiedenen betonte;als ein Jahr darauf Göttling, Weber und Paulssen die Schule

*) Diese Wortezu Carl Osarms Gedächtniss" wurden zusammenmit einem von Passow gedichteten (in dessen Leben und Briefen S. 104mitgetheilten) griechischen Klagelied Weimar 1809 in den Druck ge-geben,damit ein jeder derer, die sie gehört, sich leichter die erheben-den Gefühle der feierlichen Stunde, in der sie (am 6. November imgrossen Hörsaal des Schulgebäudes) gesprochen, wieder vergegen-wärtigen könne".