Sehulzes Verh'ältniss zu seinen Schülern. 79
nichts Gemeines in solcher Nähe aufkommen liess". So er-zielten er und sein Freund sehr befriedigende Resultate ihresUnterrichts; mit Freude und Stolz konnten sie auf die Hal-tung und auf die Fortschritte ihrer Schüler blicken. Einigederselben erfreuten sie durch ungewöhnliche Leistungen, soWilhelm Weber, der 1850 als Gymnasialdirector in Bremengestorben ist, durch eine lateinische Uebersetzung von Wallen-steins Lager in gereimten Versen, und besonders Karl WilhelmGöttling, der sieben Jahre jünger als Schulze in gleichemJahr mit diesem von seinem Geburtsort Jena nach Weimarkam*)- Er übersetzte einen Act von Goethes Iphigenie indas Griechische und dichtete begeistert durch deren Auf-führung ein griechisches Epigramm auf die SchauspielerinWolff, das er an ihre Wohnung anheftete; ihr Mann hieltes zuerst für ein Pasquill und kam aufgeregt zu Schulze;schnell beseitigte dieser seinen Irrthum; in seiner lebhaftenArt lief er durch die Stube mit dem Ruf: Es ist ein gött-licher Junge der Göttling**). Da dessen Vater 1809 starbund Weber der Sohn eines einfachen Handwerkers war,
*) Nipperdey sagt in seiner Memoria Goettlingii von Passow undSchulze: Hi tum adolescentes fervido animo et erecto antiquitatisGraecae et Komanae studia et summa quaeque foventes ut multorurnaliorum ita Goettlingii generosum animum incitarunt et eorum quaepostea consecutus est, prima sed firma fundamenta iecerunt. Eben-so hebt Lothholz in der ersten Abtheilung seiner Biographie Göttlings(im Programm des Gymnasiums zu Stargard 1876) S. 10 ff. den „mass-gebenden Einfluss" hervor, den auf Göttling Passow und Schulze ge-übt haben und bemerkt dabei ausdrücklich über Letzteren: „Ein wiegeschickter, anregender, ja begeisternder Lehrer er gewesen, das habeich aus dem Munde mancher seiner Schüler öfter vernommen". —Von Jena wurde auch der mit Göttling gleichalterige Paulssen, derspätere Gymnasialdirector in Essen, auf das Weimarer Gymnasiumgeschickt; in seiner im Essener Programm von 1825 veröffentlichtenSelbstbiographie erzählt er, dass er dort a duobus longe ingeniosis-simis, doctissimis atque eruditissimis viris Passovio et Schulzio, quiiidem praeeeptores erant perquam humani et affabiles, graeca ac patriaHngua historiaque literaria accuratissime unterrichtet wurde. Vgl. auchdie Gedächtnissrede auf Paulssen von Buddeberg im Programm desEssener Gymnasiums von 1835 S. 5.
**) Nach der Aufzeichnung Nettos, dessen Vater bei dieser Scenezugegen war.