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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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70 Erstes Buch. Drittes Capitel.

und leben hier, lehrten, dichteten hier und gehören uns durchihre Gräber für immer an. Verbreitete sich auch ihr Geniusgleichniässig, wie das Lebenselement über alle Länder, sowährt doch hier eine unmittelbare begeisternde Gegenwart,die nie Vergangenheit werden kann. Was Weimar in derreellsten Wirklichkeit Grosses und Schönes einzig auf derErde besitzt, wissen die Zeitgenossen. Alles vereinigt sichdas schönste Local für reine menschliche Bildung hervorzu-bringen, wozu sogar die Zeiterscheinungen beitragen zu wollenscheinen, namentlich das Schicksal der bedeutendsten preussi-schen Lehranstalten, der schlechte Zustand der Schulen inNorddeutschland und der Verfall des noch vor wenig Jahrenso vortrefflichen Gymnasiums in Gotha." Hatte gleichwohldie Weimarer Schule bisher den Ruhm nie erlangt, den siehaben könnte, so sah Passow den Grund dieser auffallendenErscheinung in derlange nicht wesentlich veränderten undden höheren Forderungen unsers Jahrhunderts noch zu wenigangepassten innern Einrichtung" des Gymnasiums. Bei diesergingen die Besseren unter der Mehrzahl der Schwächerenund Uebelwollenden verloren; dem unzeitigen Entlaufen aufdie Universität stehe nichts entgegen. Solchen Uebelständen,führte Passow aus, könne abgeholfen werden, wenn der schonmehrfach angeregte Plan ausgeführt, eine Selecta organisirtwürde; es bedürfe hierzu nur eines kleinen jährlichen Auf-wands von 300 400 Thalern, da es hier nicht darauf an-komme,einen berühmten und erfahrnen Mann zu berufen.Ein junger Mann, der mit frischen Kräften an das grosseWerk geht, dessen Sinn sich mit wahrer Theilnahme zuseinen Untergebenen neigt, dem die Bedürfnisse derselbenaus seinen eigenen noch nicht lange entwichenen Lehrjahrenlebhafter vor Augen stehen, würde ebensoviel, würde viel-leicht im Gegensatz mit den gediegenem und sicherern Ein-sichten Aelterer und Erfahrener mehr vermögen." Geradejetzt, erklärte Passow schliesslich, habe er diesen Antrag ge-stellt,weil gerade jetzt ein junger Gelehrter für unsereAnstalt gewonnen werden könnte, von dem man sich nachnäheren Erkundigungen überzeugen würde, dass er eine solcheStelle würde ausfüllen, wie nicht leicht einer ausser ihm."