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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Bedeutung Weimars und seines Gymnasiums. 69

zeigten seinem Freund, wie gleich sie beide das Glück schätz-ten, Einwohner des Orts zu werden, den Passow, wie er indemselben Jahr seiner Mutter aussprach,immer als einenheiligen, als den Tempel der deutschen Poesie angesehenhatte". Auch ein gemeinsamer Schüler Beider, der schon, ehesie dort lehrten, in das Weimarer Gymnasium aufgenommenwar, hebt nachdrücklich hervor, wiedie Begeisterung fürdas Schöne und Grosse in Weimar durch die Atmosphäremitgetheilt wurde"; aus seiner eingehenden Schilderurig*) er-sehen wir zugleich, wie wenig dem Ruhm Weimars undden von seinen Heroen vertretenen Idealen die Erziehungund der Unterricht der Weimarer Gymnasiallehrer in denersten Jahren unsers Jahrhunderts entsprachen. Wohl wurdedurch die Berufung von Heinrich Voss 1804 namentlich dasStudium des Griechischen neu belebt; schon im folgendenJahre aber unterbrach Krankheit seine Thätigkeit; als 1807Passow in seine Stelle eingetreten war, erkannte er bald,dass er zur Durchführung seiner humanistischen Bestrebungenanderer Hülfe bedurfte, als sein Director, der Anhänger undSchwiegersohn Salzmanns, Christian Ludwig Lenz und seineCollegen sie ihm bieten konnten. So richtete er an Karl Augustden Antrag die nöthigen Mittel für die Einrichtung einerSelecta und die Berufung noch mindestens eines der classi-schen Sprachen kundigen Lehrers zu bewilligen. In hohemGrade charakteristisch für die Zeit, den Verfasser und denAdressaten der Denkschrift sind die Ausführungen, durchwelche in dieser auf die allgemeine Bedeutung der gewünsch-ten Massregeln hingewiesen wird; sie werfen das hellste Lichtauf die Gedanken, aus denen heraus dieselben gefordertund beschlossen sind.Das heranwachsende, noch im Keimeschlummernde Menschenalter", schrieb Passow,bedarf derstärksten Aufforderungen, eingedenk zu sein des deutschenNamens. Aus einer glorreichen Vergangenheit leitet die Reiheder Weimarischen Fürsten den Blick zu der segenvollstenGegenwart herüber. Die ersten Geister der neuen Zeit lebten

*) Mittheilungen aus einem Schulmannsleben in der AllgemeinenSohulzeitung Jahrg. 1831. Abth. II Nr. 1 ff.