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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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54 Erstes Buch. Zweites Capitel.

drückenden Last der täglichen Einquartierung und unter denstädtischen und herzoglichen Behörden war Niemand derfranzösischen Sprache in dem Grade mächtig, um sich mitden französischen Befehlshabern auch nur leidlich verstän-digen und für die hart bedrängte Stadt fürsprechend eintretenzu können. In dieser Noth nahm man meine Hülfe in An-spruch; ich musste, so lange der Durchzug des französischenHeers und seiner Gefangenen währte, die Stelle des Bürger-meisters Vogel und seiner Gehülfen vertreten, für die ordent-liche Einquartierung der durchziehenden Truppen sorgen undtheils willig theils gezwungen den mannigfaltigen, täglichsich erneuernden Anforderungen zu genügen suchen, welchedas feindliche Heer an die Vorräthe und Kasse der wenigbemittelten Stadt fort und fort machte. Nicht klein war dieZahl der französischen Offieiere, welche von ihrer Wäscheentblösst zur Ergänzung derselben sich um Gewährung einesCadeau bemühten und deren bescheidene, durch die Nothdes Augenblicks hervorgerufenen Wünsche ich, so weit diezu meiner Verfügung gestellten Mittel reichten, in schonenderForm befriedigte. So gelang es mir manchen grösseren her-einbrechenden Sturm von der hülfsbedürftigen Stadt abzu-wehren. Eines Abends Hess mich Cavalleriegeneral Tilly,der in dem unteren Stock des von Alwördenschen Hauseseinquartiert war, zu sich rufen und eröffnete mir, dass dieStadt am nächsten Tage entweder mehrere Tausend Pferdeund Reiter oder in Folge einer von ihm zu treffenden Anord-nung keinen einzigen Mann zur Einquartierung haben werde.Um den letzteren Fall zu ermöglichen, verlangte er dieaugenblickliche Zahlung einer grossen, die noch vorhandenenMittel der Stadt weit übersteigenden Summe. Alle meinenoch so dringlichen Gegenvorstellungen blieben fruchtlos;endlich wurde ich mit ihm über die Summe von 800 Thalernunter der Bedingung einig, dass der Bürgermeister Vogelnoch vorher von der ganzen Verhandlung in Kenntniss ge-setzt und persönlich an ihn die vereinbarte Summe in meinerGegenwart zu zahlen veranlasst werde. Tilly erklärte mitdieser Bedingung sich endlich einverstanden; der Bürger-meister musste sich den gebieterischen Umständen fügen und