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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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42 Erstes Buch. Zweites Capitel.

schiedenartige Studien und daneben Poesie und Musik ge-trieben wurden: gemeinsam war ihnen allen der Gegensatzgegen das Banausenthurn, gegen die utilitarischen Anschauun-gen, die einst Haller Professoren so besonders wirksam ver-treten hatten, wie gegen die Rohheiten, an denen mancheHaller Studendenten Vergnügen fanden;für Musensöhne"schreibt Müller einmal*),kann man doch die nicht halten,die so gegen ihre vermeinten Mütter sündigen".

Bei ihren Schilderungen dieser Zeit heben unter ihrenBekannten Steffens und Varnhagen ausdrücklich Schulze her-vor; dass er von gleicher Gesinnung erfüllt war, lassen auchdie leider meist nur auf äusserliche Daten sich beschrän-kenden Notizen erkennen, die er über sein studentisches Lebenaufgezeichnet hat. Als er Knapps Vorlesungen hörte,em-pörten ihn die gemeinen Spässe, mit welchen Theologen undhospitirende Juristen den Vortrag über die Teufels- und Engel-lehre lächerlich zu machen suchten". Einen ästhetischen Sinnmusste vieles auch in dem Treiben der Verbindungsstudentenzurückstossen; von ihm hatte er von vornherein sich ferngehalten. Er hatte kaum die Postkutsche verlassen, da suchteein alter Mitschüler vom Kloster, der damalige Senior derWestfalen, den Fuchs seiner Landsmannschaft zuzuführen;er aber wies dessen Ansinnen mit der Erklärung zurück, dasser einem seiner Lehrer gelobt habe, nie an einer verbotenenStudentenverbindung Theil zu nehmen und, wie er erzählt,hat er gewissenhaft sein Wort gehalten, unbeirrt durch kleineNeckereien. Die Versuchung zu solchen lag um so näher,da er zuerst in ein Haus gezogen war, in dem viele West-falen verkehrten; später brachten gerade auch seine Woh-nungen ihn in Berührung mit andern Kreisen. In seinemzweiten Semester miethete er bei Niemeyer sich ein. In hohemGrade gastfrei und gesellig gewandt vereinten dieser und seinegebildete liebenswürdige Frau in ihren Räumen die besteHaller Gesellschaft, auch die Collegen, die wissenschaftlichsich Niemeyer überlegen fühlten. Hier befreundete sich Schulzemit dem Schlesier Ohlen von Adlerskron, mit ihm bezog erim Sommer 1806 den vor dem Thor gelegenen Fleischerschen

*) ATT 0. S. 179.