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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Schleiermachers Einfluss. 41

empirische Leben". Seit Schleiermachers Schwester bei ihmwohnte, machte er, wie Müller schreibt,einen förmlichenHaushalt; man setzt sich um einen eleganten Theetisch; wervon der Gesellschaft will, pflanzt sieb neben ihn aufs Sopha(das möchte wohl einer der herrlichsten Plätze sein vonallen, die man in Europa und auf der Erde rühmt). Erschliesst sich mit der grössteu Lebendigkeit auf und geht sorecht in der unterredenden Mittheilung in jeden ein oderliest vor. Es ist keine eigentliche Gesellschaft und doch dieallergeselligste Verbindung, die unter Lehrern und Schülernnur sein mag." In gleicher Weise verkehrte auch Steffensmit der Jugend; von Schleiermacher so gründlich verschiedenund doch so eng mit ihm verbunden, lehrte auch er in un-gezwungenem Gespräch nicht minder als in seinen Vorlesungen,von denen eine auch Schulze gehört hat, Leben und Wissen-schaft in einem höhern Sinn aufzufassen. Es bildete sichnach seinen eigenen Wortenkeine Schule im engeren Sinn,aber eine Einsicht von der höheren Bedeutung speculativerBetrachtungen durchdrang eine jede wissenschaftliche Be-schäftigung". Bei der ausserordentlichen Verschiedenheit vonWolf, Schleiermacher, Steffens war es, wie Karl von Raumerbemerkt, ihren bewundernden Anhängernunmöglich, allenDreien zugleich nachzuäffen. Dies bewahrte uns", fügt er hinzu,noch mehr aber die edle liebevolle Gesinnung der Drei, denenes nicht um einen Schweif nachbetender und nachtretenderSchüler zu thun war." Sie waren nicht und wollten nichtdieeinseitig anregenden" sein. Förderung für ihre eigeneBildung suchten und fanden namentlich Schleiermacher undSteffens in dem Umgang mit ihren Zuhörern, deren persön-liche Eigenart sie achteten und liebend entwickelten. Es be-zeichnet den Umschwung, der sich in dem geistigen LebenDeutschlands vollzogen hatte, und ist bedeutsam für dessenWeitergang geworden, dass und wie in der alten Hochburgdes Rationalismus jetzt Professoren und Studenten eng ver-bunden an ihrer ästhetischen Erziehung arbeiteten; es erhöhteden Reiz und Werth ihrer geselligen Beziehungen, dass dieälteren und jüngeren Genossen dieses Kreises so grosse indi-viduelle Differenzen zeigten, dass von ihnen eifrig sehr ver-