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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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38 Erstes Buch. Zweites Capitel.

gegen, die Schulze bei älteren Mitgliedern der theologischenFacultät annahm. Knapps Vorlesungen über die katholischenBriefe des Neuen Testaments schienen ihm zu sehr nur fürAnfänger berechnet; er benutzte sie, indem er den deutschenVortrag des Professors lateinisch nachschrieb; die weiterenCollegien Knapps über das Neue Testament besuchte er nichtmehr, sondern setzte dessen Studiumprivatim unter Be-nutzung der Anmerkungen von Hugo Grotius und des Com-mentars von Heinrich Paulus fort"; allerdings hat er diesspäter bedauert, da er aus Knapps Schriften dessen gründ-liche philologische Bildung erkannte. Von diesem formalwenig gewandten letzten Vertreter des alten Hallischen Snpra-naturalismus war nach Richtung und Auftreten Niemeyergründlich verschieden; aber auch seine Pädagogik hörteSchulze nur, weil er ein halbes Jahr unter seinem Dachewohnte; wie er selbst bekennt, trieb er in Niemeyers Stundengriechische Grammatik. Ein anderes philosophisches Colleg,Logik, hatte er in seinem ersten Semester bei Maass an-genommen, doch fand er dessen Vortrag so langsam undlangweilig, dass er es nur zwei Wochen bei ihm aushielt;seitdem zog er es vor, sich für ein Honorar von zwei Groschenfür die Stunde ein sauberes Heft nachschreiben zu lassen,allein bei dessen Durchnahme entdeckte er wenig, was ernicht schon in Kloster Berge gelernt hatte, wo er nachWyttenbachs Praecepta philosophiae logicae unterrichtet war.Vermochten aber den Wolfschen Schüler diese Vorlesungennicht zu fesseln, so theilte er doch keineswegs des MeistersStimmung gegen die in ihnen behandelten Wissenschaften;vielmehr bewahrheitete auch an ihm sich Steffens' Wort,dass die Jugend selten in einer Richtung geistig aufgeregtwird, ohne auch für andere Richtungen empfänglich zuwerden; gleich den bedeutendsten seiner Alters- und Studien-genossen wurde auch er auf das tiefste durch Schleier-machers Vorträge ergriffen. Die von dem grossen Philo-logen angeregten und geschulten Jünglinge empfanden esals die wichtigste Förderung ihres Strebens nach humanerBildung, dass der vielseitig interessierte Kenner Piatos inphilosophische und religiöse Fragen sie einführte, für solche