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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Vorlesungen Wolfs. 35

allerdings in dem kleinen Zuhörerkreis, vor dem er privatis-sime dieses Colleg las, deutlich empfunden; es befriedigteSchulze wenig, da Wolfdas Handbuch der Archäologie vonSiebenkees mit unzusammenhängenden philologischen Anmer-kungen ausstattete und in seinem Hörsaal durch Aufstellungder theils veralteten und unvollständigen Kupferwerke ausder Universitätsbibliothek zu erläutern suchte". Dennochhaben gerade auch Schulzes archäologische Studien durchWolf bedeutende Förderung erfahren.Grossen Erfolg" rühmtder keineswegs für den Haller Meister parteiische Thiersch,der nur besuchsweise von Leipzig zu ihm kam, dem schonein Jahr zuvor von ihm gehaltenen Privatissimum überNumismatik nach; damit hing zusammen, dass er die Samm-lung antiker Münzen, welche der Universität gehörte und

Encyclopädie Goethe gedacht hat, als er am 28. November 1806 anWolf schrieb:Warum wollen Sie nicht gleich llire Archäologie vor-nehmen und sie als einen compendiarischen Entwurf herausgeben?"Doch ist bei dem damaligen Sprachgebrauch B.s Interpretation sehrwohl möglich und gerade Schulzes Bemerkungen lassen es besondersbegreiflich und erfreulich erscheinen, dass Wolf in der That die Ency-clopädie und nicht sein archäologisches Colleg für den Druck be-arbeitete. Hatte er diese notitiam historicam artium antiquitatiseai-um quae graphide nituntur schon nach der Ankündigung nur selectocoetui bestimmt, so zeigte er daneben ein Publicum über alte Geo-graphie und ein Privatum über alte Geschichte an. Bei letzterem legteer das aus dieser Vorlesung erwachsene 1799 in Altona veröffentlichteHandbuch seines früheren Schülers Bredow zu Grunde; deshalb hieltSchulze ein Nachschreiben in diesem Colleg nicht für nöthig. Alsungemein reichhaltig und anregend rühmt dasselbe Varnhagen, derOstern 1806 nach Halle gekommen war; Wolftrug hier, wie erschreibt (Denkwürdigkeiten, 2. Aufl. I, S. 67), weniger eine Erzählung,als vielmehr eine fortlaufende Kritik vor und versetzte die Zuhörerunmerklich in solche Selbsttätigkeit und Mitarbeit, dass man amSchlüsse der Stunde sich stets in der heitersten und wärmsten Stimmung,in der angenehmsten Aufregung aller Geisteskräfte fand". Vergleichtman mit diesen Worten Schulzes kühle Bemerkung und seine Aeusserungüber Wolfs Archäologie, so zeigt sich klar, wie er keineswegs in seinenAufzeichnungen als unbedingter Lobredner Wolfs erscheint; um sobedeutsamer ist natürlich seine Anerkennung der mächtigen Wirkung,die dieser geübt hat. Die Seminarübungen waren im Sommer 1806 derInterpretation von Abschnitten aus Plinius nach Heynes Ausgabe von1790 gewidmet.

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