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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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34 Erstes Buch. Zweites Capitel.

sich über die Zuhörer verbreitende Mittheilung"*). Diegemeinschaftliche Reise, die Goethe und Wolf darauf au-traten, unterbrach des letzteren Vorlesungen; aber auch fürseine akademische Thätigkeit sollte der -anregende Verkehrmit Goethe sich unmittelbar fruchtbar erweisen. Aus dessenErzählungen wissen wir, wie skeptisch Wolf den WeimarerKunstfreunden gegenüber sich verhalten hatte; allein hatteer im Gespräch mit ihnen nur dasals geschichtlich, alswahrhaft glaubwürdig anerkannt, was durch geprüfte Schriftaus der Vorzeit zu uns herübergekommen, keineswegs zu-geben wollen, dass man auch die überbliebenen Bildwerkenach einer gewissen Zeitfolge zuversichtlich ordnen könne",so geschah es doch wohl unter dem Einfluss dieses Verkehrs,dass er jetzt, wie Thiersch schreibt**),ernsthafte Anstaltmachte den Strom der griechischen Kunst nach Halle zuleiten"; er Hess auf die dortige Bibliothek darauf bezüg-liche Bücher kommen und kündigte für den Sommer 1806zum ersten Mal ein archäologisches Colleg an***). Dass erhier auf einem ihm fremden Gebiet sich bewegte, wurde

*) Schon Bernays hat auf die Frage, welche der Wolfschen Vor-lesungen durch Goethes Theilnahmo geehrt worden, mit der Ver-muthung geantwortet, es möchte die philologische Encyclopädie ge-wesen sein, aber nur schüchtern, da er die Lectionscataloge nichteinsehen konnte und Körte nur das Jahr, aber nicht das Semesterangiebt, in welchem Wolf jenes Colleg gehalten hat. Aus dem mirgütigst mitgetheilten Band der Haller Bibliothek (B. 405), welcherdie gedruckten Vorlesungsverzeichnisse der Jahre 17681822 enthält,entnehme ich, dass Wolf gerade für den Sommer 1806 philologischeEncyclopädie angekündigt und sie auch wirklich gelesen hat; dennfür den Winter zeigte er neben 2 Privatvorlesungen (über GriechischeAlterthümer und Ciceros Tusculanen) als zweistündiges Publicum anencyclopaediam antiquam literarum et artium eorum in gratiam quipraeterita aestate eidem praelectioni interfuerant. Ich halte es danachfür einen leicht begreiflichen Gedächtnissfehler Schulzes, dass er inseinen über 60 Jahre später entstandenen Aufzeichnungen, als die Vor-lesungen, die er in seinem ersten Semester bei Wolf gehört, dieRömischen Alterthümer und Erklärung der Tusculanen bezeichnet.

**) In seinem Brief vom 25. Januar 1806 (F. Thierschs LebenI, 33 f.).

***) Diese Bernays unbekannt gebliebene Thatsache legt die Fragenahe, ob nicht doch an dies Colleg und nicht, wie B. annimmt, an die