Schulze in Kloster Berge. Dessen Aufhebung. 23
Ihr selbst sie durch Thaten zu beweisen, war ihm, alser später zu grösstem Einfluss auf die Leitung der preussischenSchulen gelangte, leider nicht vergönnt. Die westfälischeRegierung hatte inzwischen 1809 zugleich mit den Universi-täten Helmstädt und Rinteln auch Kloster Berge aufgehoben;1810 wurde dasselbe geschlossen; 1814 zerstörten die Fran-zosen aus strategischen Rücksichten die Gebäude. So wurdeauch nach Herstellung der preussischen Herrschaft die An-stalt nicht wieder eröffnet, ihre bedeutenden Besitzungenaber waren für einen besonderen Stadienfonds, den KlosterBergischen Fonds, gerettet und dieser wurde zur Unter-haltung der Universität Halle verwandt. Schulze war be-müht seine Einkünfte „für ihre ursprünglichste Bestimmungzu vindiciren;" 1823 genehmigte der König, dass die Ueber-schüsse des Fonds als allgemeiner Schulfonds des Regierungs-bezirks Magdeburg verwendet werden dürften.
Von Schulzes Lehrern im Kloster ist schon bald nachseinem Abgang Lorenz 1807 gestorben; Seidel, der 1805nach Halle gezogen war, „um der Literatur auf einer Uni-versität näher zu sein", hat nach vierjähriger anerkannterWirksamkeit auf dem dortigen Pädagogium ein unglücklichesEnde ^gefunden. Dagegen entfaltete Strass nach der Auf-hebung des Pädagogiums noch lange Jahre hindurch eineerfolgreiche Thätigkeit als Gymnasialdirector in Nordhausenund Erfurt; bei seinem fünfzigjährigen Dienstjubiläum er-nannten 1841 beide Städte ihn zu ihrem Ehrenbürger; überdie deutschen Grenzen hinaus sah er seinen „Strom derZeiten", die historische Uebersichtstabelle verbreitet, die erzuerst in den Jahren veröffentlicht hatte, als Schulze zuseinen Füssen sass. Dessen Lehrer im Griechischen, Sarpe,wurde 1815 in Schulzes mecklenburgischer Heimath in Ro-stock Professor der griechischen Literatur und Rector desGymnasiums. Als er hier die in Kloster Berge begonnenenQuintilian-Studien fortsetzte, erwirkte sein ehemaliger Schülerfür ihn die Uebersendung einer Bamberger Handschrift nachRostock; aus Dankbarkeit vermachte ihm Sarpe seinenkritisch-exegetischen Apparat zum Quintilian. Noch in hohemAlter hat Schulze freundlichen collegialen Verkehr mit Ribbeck