22 Erstes Buch. Erstes Capitel.
wurden; ausdrücklich hebt er vielmehr auch hinsichtlich deräussern Verhältnisse hervor, die jährliche Pension, welche erals Ausländer an die Klosterkasse für Wohnuug, Beköstigungund Unterricht zu zahlen hatte, sei äusserst gering gewesen.Seine „Biederkeit, sein froher Sinn, seine Begierde für allesWissenswürdige, sein angestrengter Fleiss", wie eins derzahlreichen noch erhaltenen Stammbuchblätter ausspricht,welche Lehrer und Mitschüler bei seinem Abgang schrieben,erweckten bei beiden ihm Liebe und Achtung. In dem imNovember 1803, ein Jahr nach seiner Aufnahme in dasPädagogium, erstatteten amtlichen Bericht wurden seine „sehrglücklichen Fähigkeiten, sein vorzüglicher Fleiss, seine ge-bildeten Sitten" gerühmt; er wurde bereits als Secundus auf-geführt, in dem Bericht des folgenden Jahres wird er alsPrimus lobend erwähnt: eine Würde, die er ein volles Jahrbekleidete, bis er nach 2Y 2 jährigem Besuch der Anstalt imFrühling 1805 die Maturitätsprüfung bestand. Das darauf-hin ausgestellte Zeugniss erklärt, er habe sich „im Griechischenund Lateinischen ganz vorzügliche, im Deutschen vorzügliche,im Französischen sehr gute, im Hebräischen hinlängliche,in Philosophie, Religionslehre, Mathematik, Physik, Geschichte,Geographie und Statistik vorzügliche Schulkenntnisse" er-worben und während der ganzen Zeit seines Aufenthaltesauf der Anstalt, ohne Ausnahme ein sittlich gutes undbeifallswerthes Verhalten beobachtet; jeder seiner bisherigenLehrer, sagte Strass in der Schulfeierlichkeit bei seiner Ent-lassung, werde ihn „ungern an der Stelle vermissen, wo erunter den wissbegierigen mit ganzer Geisteskraft thätigenZuhörern ihn als den Ersten zu sehen lange gewohnt war".Er selbst hatte für diese Feier eine lateinische Rede ohnejede Beihilfe ausgearbeitet über das Thema: Historiam miserispraeclaram adhibere consolationem; sie bezeugt die stilistischeGewandtheit des neunzehnjährigen Verfassers, das Interesse,das der Aufenthalt auf einer preussischen Schule und nament-lich wohl Strass' Vorträge in ihm für die Geschichte Friedrichsdes Grossen genährt hatten, und vor allem die Dankbarkeit,zu welcher er sich der Bergischen „alma niater" verpflichtetfühlte.