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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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16 Erstes Buch. Erstes Capitel.

Otto den Grossen vollzogen; als dem neuen Domstift das Moritz-kloster überwiesen wurde, das 937 Otto der Grosse errichtethatte, mussten die bisher hier ansässigen Benedictiner indas für sie vor den Thoren im Süden Magdeburgs neu erbauteJohanniskloster übersiedeln. An der von ihnen angelegtenSchule hat einer der bekanntesten mittelalterlichen Historiker,der spätere Bischof Thietmar von Merseburg seine Bildungempfangen; werthvolle Arbeiten über Magdeburger Geschichtesind hier verfasst; dann aber geriethen die Studien in Ver-fall; grösseren Nutzen hat das Kloster der Bildung erst wiedergebracht, seit Abt Ulner mit seinem Convent 1565 öffentlichvon der römischen Kirche sich losgesagt hatte und zugleich mitder Reformation des Klosters in ihm eine evangelische Schuleerrichtet war. Freilich wurde im dreissigjährigen Kriege auchdiese Anstalt schwer geschädigt, aber als nach demselben AbtWolfhard sie wieder hergestellt hatte, erlangte sie im 18. Jahr-hundert unter den Magdeburger Schulanstalten eine ähnlicheBedeutung, wie die Fürstenschulen im albertinischen Sachsen.Finden wir unter den Zöglingen von Pforta und MeissenKlopstock und Lessing, so hat in Kloster Berge Wielandnach Goethes Wortenin allen concentrirten jugendlichen Zart-

Kloster Berge verfassten Schulschriften, deren erste er selbst, in Magde-burg 1801, deren letzte Cornelius Müller 1829 veröffentlichte, undKaemmel, Allg. deutsche Biographie X, 182 ff., über Strass den neuenNekrolog der Deutschen, Jahrg. 1845 n. 56 S. 217 ff., über Sarpe ebendaJahrg. 1830 n. 323 S. 783 ff., über Ribbeck die von seinem Sohn B. R.herausgegebenen Erinnerungen anE. F. G. Ribbeck aus seinen Schriften,Berlin 1863. Die von Strass bei Schulzes Entlassung 1805 gehalteneRede wurde in der Einladungsschrift zu der im September 1806 statt-findenden Prüfung u. d. T.: Zwei Schulreden, Magdeburg 1806, ver-öffentlicht. Endlich benutzte ich über die Jahre von S.'s Aufenthaltim Pädagogium die im Berliner Geh. Staats-Archiv befindlichen Acten(Rep. 76. A. I n. 710712). Leider erst nachdem ich diesen Abschnittabgeschlossen hatte, erschien in den Neuen Jahrbüchern für Philologieund Pädagogik und daraus 1886 auch besonders abgedruckt die aufeindringendem Studium der Acten beruhende Geschichte der ehe-maligen Schule zu Kloster Berge von Prof. Dr. H. Holstein, die beson-ders werthvolle Aufschlüsse über die Entwickelung in der zweiten Hälftedes vorigen Jahrhunderts bietet und auf welche daher jetzt nun jederzu verweisen ist, der über diese sich näher zu unterrichten wünscht.