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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Schwerin. Kloster Berge. 15

waren, um sie zu fragen, ob es wohl für mich räthlich sei,anstatt der Universität noch auf einige Zeit die Schule inKloster Berge zu besuchen. Beide bejahten meine Frageund ohne Zaudern meldete ich meinem Vormund den Ent-schluss und ersuchte ihn, mir die erforderlichen Gelder zusenden. Ich selbst richtete mein Gesuch um Aufnahme inKloster Berge an den Abt Scheve, erhielt eine beistimmendeAntwort und traf in den ersten Tagen des October 1802 inKloster Berge ein." Man fand ihn in allen Lehrgegenständenmit Ausnahme der Mathematik so vorbereitet, dass ihm einPlatz in Prima angewiesen wurde; durch Privatunterricht,den er während des Wintersemesters nahm, erlangte er zuOstern 1803 auch in der Mathematik die Reife für diese Klasse.

Um dem zu frühen Eilen auf die Universität zu wehren,war erst wenige Jahre zuvor in Preussen das Abiturienten-examen eingeführt; in Mecklenburg bestand ein solches nicht,und hätte es bestanden, der als gut anerkannte Selectauer hättees in Schwerin nicht zu fürchten gehabt; dass er trotzdemaus eigner Initiative sich entschloss, vor der Universität nocheine preussische Schule aufzusuchen, bezeugt gewiss einennicht gewöhnlichen Ernst des Strebens bei dem noch nichtSiebzehnjährigen. Welche Früchte für seine Bildung warenvon der Anstalt zu erwarten, die er erwählt hatte?

Im Zusammenhang mit der Errichtung des ErzstiftsMagdeburg war die Gründung von Kloster Berge*) durch

*) Vgl. über die Geschichte von Kloster Berge die von Wiese,höheres preussisches Schulwesen I, 224. III, 208 und von Holstein inder Einleitung zu dem Urkundenhuch des Klosters (Bd. IX der Ge-schichtsquellen der Provinz Sachsen) S. XIV verzeichneten Schriften,namentlich die 1812 in Magdeburg anonym erschienene, nach C. Müllersund Holsteins Angaben von Rathmann verfasste kurze Geschichte derSchule zu Kloster Berge bis zu ihrer Aufhebung, ausserdem über dieZeit Friedrichs des Grossen Rethwisch, Zedlitz und Preussens höheresSchulwesen S. 49. 165 f., über Steinmetz Hirschings Historisch-litera-risches Handbuch XIII, 266 und Justi, Winckelmann I, 180 f., über HahnKaemmel, Allg. deutsche Biographie X, 373 f. Bartels in BriegersZeitschrift für Kirchengeschichte V, 432 und die von beiden citirteLiteratur, über Resewitz Kawerau in den Geschichtsblättern für Stadtund Land Magdeburg XX, über Gurlitt die während seiner Thätigkeit in