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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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14 Erstes Buch. Erstes Capitel.

Zeit der taubstumme Sohn eines jüdischen, ihm gegenüberwohnenden Kaufmannes; er verständigte sich mit ihm sehrgut durch Zeichensprache. Diesem Umgange schrieb erspäter selbst die Lebendigkeit seiner mündlichen Darstel-lung zu.

Vierzehn Jahre alt verliess er Ostern 1800 Döinitz, umdie üomschule in Schwerin zu beziehen. Er verweilte dort2 1 / 2 Jahre; schon Michaelis ward er aus Obersecunda nachPrima, bald darauf nach Selecta versetzt. Unterricht und Disci-plin waren leider an dieser Schule in kläglicher Verfassung,und besonders schlimm stand es damit gerade in Primaund Selecta. Unter seinen damaligen Lehrern wusste Schulzespäter nur den Collaborator Wucke zu rühmen, der in derObersecunda unterrichtete. Dagegen erinnerte er sich dankbarder Beziehung zu mehreren Schweriner Familien, welche ihmwie andern auswärtigen Domschülern an bestimmten Tagender Woche freien Mittagstiseh gewährt, ihn in ihren engernKreis gezogen und auf seine gesellige Ausbildung wohlthätigeingewirkt hatten.

Der Empfehlung seines Vormundes verdankte er einesolche Begünstigung namentlich bei dessen Bruder, HofrathSevecke; bei dem einzigen Sohn desselbenmachte er auchnicht ohne gegenseitige Befriedigung den ersten Versuch,selbst im Griechischen und Lateinischen zu unterrichten".Und ein Gespräch im Sevecke'schen Hause sollte bedeutsamauch für seine Zukunft werden.Ich war", so erzählt er selbst,im Begriff als gut anerkannter Selectaner nach Göttingenabzugehen, um mich dort zu einem mecklenburgischen Advo-katen, dem höchsten Standpunkt, nach welchem damals inMecklenburg ein Bürgerlicher strebte, durch das Rechtsstu-dium zu befähigen, als ich eines Mittags bei Sevecke mitseinem in Aussieht genommenen Schwiegersohn Dr. Reimkastenzusammentraf, welcher das Berliner graue Kloster besuchthatte und das preussische höhere Schulwesen ungemein her-vorhob. Im dunklen Gefühl einer noch ungenügenden Schul-bildung ward ich von seinem Gespräch mächtig ergriffen undeilte vom Tische weg zu meinem Lehrer Wucke und zu Dr.Dreves, welche beide in der Schule zu Kloster Berge gebildet