Vorwort. V
den Bogen ist in einzelnen Anmerkungen darauf hingewiesen,wie viele werthvolle Quellen mir durch das Entgegenkommendieser und anderer Behörden und verschiedener Freunde undVerehrer Schulzes oder ihrer Erben eröffnet sind; nicht unter-lassen darf ich auch an dieser Stelle dankbar der unermüd-lichen Freundlichkeit zu gedenken, mit der Max Schulze sichbeeiferte alle meine Nachforschungen zu unterstützen. Umso schmerzlicher empfinde ich, dass ich ihm nur die erstenCapitel des Buches vorlegen durfte, welches er durch seineTheilnahme so gefördert hat, dass ich es nicht zum Abschlussbringen konnte, ehe er im November 1885 einem langenschweren Leiden erlag.
Er war mit mir darin einverstanden, dass bei der Füllevon Briefen und Aktenstücken, die zu verwerthen 'waren, esdarauf ankomme, mit möglichster Kürze das Charakteristischeaus ihnen hervorzuheben und dabei das nicht nur für Schulzespersönliche, sondern auch für die allgemeine EntwicklungBedeutsame besonders zu berücksichtigen. Absichtlich istschon auf dem Titel des Buches bemerkt, dass in ihm„Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichts-wesen in seiner Zeit" dargestellt werden sollen; zum Ver-ständniss des Letzteren schien es nöthig, auch auf die Leitungder höheren Bildungsanstalten vor Einsetzung des Ministe-riums Altenstein, in dem Schulze so tiefgreifenden Einflussübte, einen Blick zu werfen; dadurch glaubte ich über dieVoraussetzungen seiner Thätigkeit helleres Licht verbreitenzu können. Andererseits hoffte ich durch Mittheilungen überseine persönliche Entwicklung einen Beitrag zur Erkenntnisswichtiger Strömungen im nationalen Leben zu liefern, dieihn ergriffen und die zu fördern er sich weiter bemühte. Dassman, um Rankes Worte zu gebrauchen, bei der Darstellungeiner Persönlichkeit die Bedingungen nicht vergessen darf,unter denen sie auftritt und wirksam ist, und zugleich bei derSchilderung der Begebenheiten der Persönlichkeiten eingedenksein muss, von denen sie ihren Impuls empfangen, das tritt,irre ich nicht, mit besonderer Deutlichkeit auch bei einer Be-trachtung der Verwaltung des preussischen Unterrichtswesensin den ersten Decennien unseres Jahrhunderts hervor. Die