IV Vorwort.
In diesen Worten hat Rudolf Köpke die Bedeutung vonJohannes Schulze unmittelbar nach dessen Tod hervorgehoben;er wies in dem Aufsatz, dem sie entnommen sind, zugleichdarauf hin, dass Schulze selbst noch in seinen letzten Monatenmit Aufzeichnungen über sein Leben und Wirken sich be-schäftigt habe. Da sie so, wie er sie hinterlassen hatte, nichtzu veröffentlichen waren, übernahm es Köpke, mit ihrer undder Hülfe anderer Quellen eine Biographie Schulzes auszu-arbeiten. Als Sohn eines seiner nächsten Jugendfreunde stander zu diesem in einem alten Pietätsverhältniss und ebensowar er nach seinen früheren literarischen Arbeiten über Tieckund über die Universität Berlin zur Lösung dieser Aufgabebesonders berufen. Aber leider nahm ihm der Tod die Federaus der Hand, ehe er auch nur die ersten Capitel seinesWerkes hatte vollenden können. Wie seine Schwester mirgütigst mittheilte, hielt er selbst die von ihm hinterlasseneDarstellung der Entwicklung Schulzes in seiner Jugend biszu seinem Aufenthalt in Weimar für durchaus unfertig; sokonnten aus seinem Manuscript, dessen Einsicht mir freund-lichst gestattet wurde, nur einige Sätze in den folgendenBlättern verwerthet werden.
Nach seinem Scheiden war der ihm befreundete SohnSchulzes, Stadtgerichtsrath Max Schulze-Rössler eifrig be-müht, für ihn einen Ersatzmann zu gewinnen, und. wirklichgelang es ihm, zur Uebernahme der Aufgabe einen hierfürebenfalls aus mehr als einem Grunde besonders geeignetenAutor zu bestimmen; leider aber konnte auch er das geplanteWerk nicht ausführen, da andere Arbeiten seine Kraft in An-spruch nahmen. Nicht nur Schulzes Sohn bedauerte lebhaft,dass in Folge dessen die Aufzeichnungen seines Vaters unddie zu ihrer Ergänzung gesammelten Materialien lange un-verwerthet blieben; ihre Wichtigkeit wurde namentlich auchdurch Heinrich von Sybel anerkannt; nachdem Max Schulzemit ihm in Verbindung getreten war, forderten Beide michauf ihre Bearbeitung zu übernehmen. Und zugleich gestattetemir der Director der preussischen Staatsarchive nicht nurderen freieste Benutzung, sondern vermittelte mir auch denZutritt zu den Akten des Cultusministeriums. Auf den folgen-