TAFEL XXVH.
DEUTSCHE PREDIGTEN.
Cod. germ. 88 enthält, von verschiedenen Händen geschrieben, inder Hauptsache deutsche und lateinische Predigten, daneben auch nocheinige andere theologische Texte. Er gehörte früher dem Kloster Metten,wie der weisse Ledereinband aus dem XYI./XVII. Jahrhundert beweist,der mit anderen ehemaligen Beständen der dortigen Klosterbibliothekgenau übereinstimmt. Schmeller hat wohl aus diesem Grunde auch seineEntstehung in Metten vermutet, eine Annahme, der auch sprachlichnichts entgegensteht. Der älteste Teil der Handschrift, zu dem die vor-liegenden Blätter 2 V und 3 r gehören, dürfte in der ersten Hälfte desXIII. Jahrhunderts geschrieben sein. Seinen Verfasser nennt Schönbach,der den ganzen Codex genau beschrieben und in seinen deutschenBestandteilen abgedruckt hat, einen „würdigen Vorläufer Bertholds vonRegensburg".
Vgl. Schönbach, Mitteilungen aus altdeutschen Handschriften,II. Stück (= Sitzungsberichte der philos.-hist. Classe der Wiener Akademieder Wissenschaften 1879, Bd. 94, S. 187—232).