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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
Entstehung
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145
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Die Liturgie (Lied i). 145

w ie in anderen Strophen, ist alltägliches Versgut, mit Vor-gebe aus der Sphäre des Rufes. Über die sele 3 s. u. S. 148.Die Änderung in Str. 2 V. 8 läßt es als fraglich erscheinen,°b für diese Fassung noch der alte zwiegeteilte melodischeSa+z galt, der gleiches Maß der beiden Vershälften voraus-setzt (vgl.' auch die Beseitigung des alten Binnenreims in V. 9);an sich war die Zeile eine gängige Variante, vgl. wen he hat,Kit beche er in labet Limb. Chron. (s. u. S. 150). Der Kehrreim10 f- ist wohl herbeigezogen durch das Bedürfnis, einen Reimzu V. 9 zu gewinnen. Str. 3 V. 15 sin marter Abschleifungst att gotes marter, wenn nicht sin ursprünglicher sein sollte,s - o. S. 128. In Str. 5 sind sinnlos zwei Kehrreimzeilen ind ie Mitte des Vierzeilers geschoben. Die gedankliche Asso-ziation, die mit Str. 6 Maria ins Spiel zieht, ist verständlich:di e Mutter Gottes hat ihren festen Platz in einer Szene, dieChristus am Kreuz zeigt. Daß das aber nachträgliche Zutatis t, erhellt daraus, wie roh der Einschub ist: der bekanntezweizeilige Ruf wurde zu einer vierzeiligen Strophe gedehnt.V - 31 f. mag als ein Ausruf Mariens verstanden wordenSei n, wie es der ursprüngliche Sinn der Zeilen ist (s. o. S. 186);le be hertz 32 statt ir hertü herz Abschleifung. 33 # ist mjedem Fall die Antwort auf den Zuruf V. 32, mit völligerVe rkehrung der ursprünglichen Zielrichtung. Das kunstvolle^erspaar R 115 f. mit seinen Binnenreimen ist wieder zueiner vierzeiligen Strophe gestreckt, auf recht grobe Art; 36lst nach 19 gebildet. 37ff. erhält die Schlageformel ihrenei genen strophischen Einsatz; damit wird wieder ein ursprüng-lic her Zustand hergestellt (s. u. S. 153)- Aber sicherlich nurNachträglich hergestellt, nicht etwa seit alters bewahrt. Denndie Auffüllung dieser Sonderstrophe zum Vierzeiler geschiehtäh nlich wie bei der vorhergehenden mit Hilfe von Anleihenln nerhalb der Lit. selbst: V. 39 stammt aus der Hoffartstrophe( V §1 V. 68); der gleiche Verseingang Dor god nu tatet . . . riefsie herbei. Die Limb. Chron. zeigt mit der Zeile Dorch GotS ° l "ßet dt hoffart jaren eine ältere Entwicklungsstufe. Diese~ eil e, erinnerungsmäßig vermengt mit Z. 8 von R, ergab dieFa ssung von O. Höchst eigenartig ist in der Str. 41 ff. derAll wuchs von V. 45. Die Beziehung auf die Himmelspredigtlst klar: ihr Kern ist ja Christi Entschluß, in kurzem die WeltZu verderben, von dem die Fürbitte Mariens und der Engel

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