Die Liturgie (Lied i). l'^Q
zweisilbige Senkung anerkennt. Die Parallele von 74 Diu wägl $t dir usw. zeigt freilich, daß praktisch auch hier mit Wechsel-t°n gerechnet werden darf. Dabei fällt auf, wie dies Gleichmaß^ m Bau der Verse selbst gegeben, nicht äußerlich erzwungenlst - Am ehesten könnte man geneigt sein, in V. 3 an einenEingriff des Auf Zeichners zu glauben; aber nach der sonstigenÜberlieferung muß man das artikellose bös geselle wohl alsecht gelten lassen r ). Was sich sonst an verkürzten FormenZei gt, ist verschwindend zumal gegen das bei Hugo unmittel-bar vorhergehende Stück, unser Lied IV (geb wir 24 u. ä.,gen = geben 110 sind die Hauptfälle, am gedrängtesten ist• l0 9)- Es ist mit Händen zu greifen, daß die Lit. von Hausaus einem andern Versstil folgt als die übrigen Geißlerlieder,z umindest als Lied II und IV; bei Lied III ist die BeurteilungUr >sicher. Es wird ein Nachhall nicht nur des höheren Alters,s °ndern vor allem der höheren literarischen Schicht sein, inüle die Lit. mit ihren Kernstücken hinaufreicht, wenn sich inlr eine gepflegtere Versform erkennen läßt.
Auch vom Standpunkt der Strophenbildung aus zeigtle Lit. eine künstlichere Haltung als die übrigen Geißler-leder. Das gilt besonders für die Strophen I 1 und II 2 und 3,le mit dem Gleichreim der ersten drei Zeilen und dem Binnen-irn (j er v i er ten eine Reim weise zeigen, die man sonst imte ren geistlichen Volksliede vergeblich suchen wird. WasUr >ächst den Dreireim anlangt, so findet man ihn gelegentlich,enn wir uns auf stofflich vergleichbare Gebiete beschränken,den Marienklagen: Sein tot mich testet, Sein ftlüt mich rcetet,ei n not mich nattet Schönbach Marienkl. S. 59, V. 190—92v'gl. S. 5). Schönbach hätte ihn gewiß aus dem in der Sequenzlanetus ante nescia' wiederholt begegnenden Dreireim her-geleitet :
■parcilo prolimors! mihi noli:tunc mihi solisola mederis.^J^ist eine Reimfigur, wie sie sich in der geistlichen lateinischen
. ') Auch in guten Hss. der Limb. Chron. fehlt ein (s. u. S. 150), ebensoden Chronica S. Petri Erfordensis, die die ersten Zeilen der Lit. auf-bahrt haben (s. o. S. 69). Dagegen stellt sich ein Textfetzen, der bei Her-an n Korner erhalten ist (s. S. 69), zu CO.
IJükl >«, Gcißlerliedcr. 9