556de nicht nur ganz andere Grundsätze hat, son-dern ihnen auch diese Grundsätze beizubringensucht; so wird dessen ungeachtet Gewitterfurchtin ihnen rege gemacht werden. Hat man hin-gegen die Kunst gelernt, Furchtlosigkeit, Mit-leid, Mitfreude, Andacht, Liebe, Reue u.s. f. auch in seinem Gesichte lesbar zu machen;so wird der Erfolg davon gewiß allemal denwahren Zweck der Erziehung und des Unter-richts auf die thätigste Weise befördern helfen.Der Verstand wird dadurch gleichsam an einenesten Gang gewöhnt, das Herz veredelt undzu guten Fertigkeiten geſtimmt werden.Und wie könnte nun also wohl ein Lehrerden Verstand seiner Zöglinge bilden, wenner selbst seinen Verstand nicht immer braucht?Wie könnte er ihr Herz für irgend eine Sacheinteressiren, wenn sein eigenes Herz nicht da-für interessirt ist? Wie könnte er sie vor Lei-denschaften bewahren, wenn er selbst sich vonihnen beherrſchen läßt? Wie könnte er ſie zumFleiß und zur Ordnungsliebe ermuntern,wenn er selbst Proben von Nachläßigkeit giebt?Wie könnte er mit Wärme von Religion undTugend sprechen, wenn Religion und Tugendihm
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2 (1791)
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556
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