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555in jedem Falle sogar ungleich mehr aus, alsdie schönsten Regeln und Ermahnungen. Unddies ist wirklich auch sehr natürlich. Wennman mir eine Sache auch noch so gut be-schreibt; so kann ich mir dieselbe doch bei wei-tem nicht so vollkommen vorstellen, als wennich sie selbst mit Augen sehe. Und eben so ver-hält sichs mit dem Beispiele. Man bedarf hierkeiner weitläuftigen Erklärungen, keiner aus-gesuchten Beweise. Es wirket auf Sinnlich-keit und Verstand zugleich, zeigt nicht bloß,was, sondern auch, wie man zu handeln ha-be, und durch den Trieb der Nachahmung,welcher uns eingepflanzt ist, werden wir auf-gemuntert, ihm zu folgen. Sogar der bloßeSchein einer lieblosen Gesinnung, einer aber-gläubischen Denkungsart, einer unmenschli-chen Handlung muß daher schlechterdings inGegenwart der Kinder vermieden werden.Denn theils wirkt alles, was auf ihre SinneEindruck macht, um desto sicherer und hefti-ger, und theils sind sie auch noch unfähig,den Schein vom Wesen der Sache jedesmal ge-hörig abzusondern: Kündigt man auch nurdurch ſeine Miene an, daß man ſich z. B. vordem Gewitter fürchte, ob man gleich im Grun-de