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2 (1791)
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514der ohne Ansehen der Person durch zuvorkom-mende Gefälligkeit, oder durch liebreicheNachsicht mit einzelnen Schwachheiten seinerMitmenschen ein aufrichtiges Wohlwollen ge-gen sie verräth; der sich in die Denkungsartund Handlungsart derſelben aus dem Grundeeinzuschmiegen, und, wie Paulus, deswe-gen allen alles zu werden sucht, um ihnen umdesto nutzbarer zu seyn ein solcher Menschhat, meiner Meinung nach, gute Sitten.Und daher werden Sie es auch leicht einsehen,beſter Freund! wie ich zu Anfange meinesBriefes die Bildung des äussern Betragenszur Bildung des Herzens ziehen konnte.Der Lehrer also muß vor allen Dingen seineZöglinge von dem Werthe jedes Menschen undvon der Verbindlichkeit zu einem allgemeinenWohlwollen unterrichten. Er muß es ihnenferner sagen, daß es auch schon die Klugheiterfordere, sich einigermaßen nach denen zu be-quemen, unter denen man wirken will, unddaß man, wie Moliere sich ausdrückte, oftdadurch, daß man seine Vernunft nichtbraucht, zeigen müsse, daß man Vernunfthabe. Er muß es ihnen sagen, daß ein gro-ber,