515ber, unhöflicher Mensch von andern gemiedenwerde, weil er ihnen widerlich ist, oder weiler dadurch, daß er sich nicht nach ihnen richtet,zu verstehen giebt, daß er sie insgeheim verla-che oder verabscheue — daß er daher seltenoder niemals den Weg zu ihrem Herzen finden,daß er ſeinen eignen Abſichten, wären ſie auchnoch so gut, Hindernisse in den Weg legen,und ſich ſelbſt und andere nicht halb ſo gluͤcklichmachen werde, als wenn er sich eine gewissenatürliche Artigkeit und Allgefälligkeit zu eigengemacht hätte.Diese Gründe muß der Lehrer seinen Zög-lingen oft wiederholen. Denn auf die Artlehrt er ſie den Werth eines geſitteten Betra-gens genau würdigen, und die wahre Ehrenicht etwan in der äussern Höflichkeit an sichselbst, sondern vielmehr in der Größe derSeele und in der Güte des Herzens suchen,welche sich oft auch durch diese äussere Höflich-keit ankündigen. Er giebt es ihnen zu erken-nen, daß nicht die auswendiggelernten For-meln der Sittlichkeit im geselligen Leben, son-dern die geselligen Neigungen selbst es sind,die uns liebenswürdig machen. Er bewahrtsieKko
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2 (1791)
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515
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