505darüber declamiren. Ein Schwärmer kannauch wohl glauben, er sey wirklich schon aufdieſem Wege. Allein mir deucht denn doch,diese Heldengröße werde man, wenn man diekühle Vernunft darüber nachdenken läßt, beijedem gewöhnlichen Menschen unerreichbarfinden. Wie viel mehr bei Kindern? Wennsie nicht wissen, warum sie gut handeln sollen,was das für einen Einfluß auf ihre Ruhe undGlückſeligkeit, und auf die Ruhe und Glückſe-ligkeit anderer Menschen habe; so werden siedie Handlung entweder gar nicht, oder dochohne alle Grundsätze, ohne alle Absichten aus-üben, und nie wird sie ihnen zu einer Fertig-keit werden. Und Tugend ist doch nichts an-ders, als eine Fertigkeit, gut zu handeln,und zwar mit Absicht, nach Grundsätzen gutzu handeln *). Daß man sie dabei vor Lohn-suchtJi51) Wozu ist das nutzbar? muß überhaupt bei jedemGegenstande die erste Frage seyn. Denn diese Fra-ge ist an den Verstand gerichtet. Die Schönheiteines Gegenstandes bezieht sich nur auf die Empfin-dung. Und der Verstand muß schon frühzeitigüber die Empfindung möglichst erhoben werden.A. d. H.
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2 (1791)
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505
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