497Aber siehe da! Ich bin, ohne daß ichs be-merkt habe, weitläuftiger geworden, als ichseynoder sonderbar scheinende Fragen in dieser Hinsichtgroßen Werth. Z. B. die Fragen: Warum scheintein gerader Stab, wenn man ihn ins Wasser steckt,krumm zu seyn? Warum scheint eine Allee, woalle Bäume gleich weit auseinander stehen, in derFerne spitzig zuzulaufen? Warum sieht man einenviereckigten Pfeiler in der Entfernung für eine run-de Säule an? Warum kommt einem Zuschauerdas Meer oder irgend ein anderes Wasser, wennes von Wellen empört ist, größer vor, als bei ru-higer Oberfläche? Warum sieht ein großes niedri-ges Zimmer größer, und ein kleines niedriges Zim-mer kleiner aus, als es wirklich ist? Warumkommt uns jede Zeit, die wir mit Schlafen zuge-bracht haben, sie mag nun länger oder kürzer seyn,gleich lang vor? Warum ist einem Missethäter dieZeit zwiſchen ſeinem Urtheile und der Hinrichtungimmer nur kurz? Warum scheint uns das Bildder Sonne größer, wenn sie am Horizonte steht,als wenn sie die Mittagshöhe hat? (S. SchützLehrbuch zur Bildung des Verſtandes und des Ge-schmacks Bd. I. S. 1 = 29.) Solche Fragener for-vern freilich schon einiges Nachdenken, und mehre-11.
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2 (1791)
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497
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